Söder-Sieg, aber… CSU historisch schlecht
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- Die CSU von Ministerpräsident Markus Söder ist bei der Landtagswahl in Bayern klar stärkste Kraft geworden – allerdings mit einem historisch schwachen Ergebnis.
- Die Freien Wähler mit Spitzenkandidat Hubert Aiwanger gewinnen dagegen deutlich hinzu.
- Ein dickes Plus verbucht auch die AfD.
Bei der Stimmabgabe im niederbayerischen Rottenburg an der Laaber hatte sich Aiwanger noch zuversichtlich gezeigt: „Wir sind Ideengeber und Akzentsetzer in dieser Koaltion. Ich bin überzeugt, dass der Wähler das honorieren wird.“ Seit 18 Uhr ist klar, dass Aiwanger damit richtig lag. Die Freien Wähler verbessern sich deutlich auf 15,3 Prozent (2018: 11,6 Prozent).

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger am Wahlabend.
Stärkste Kraft wurde die CSU von Ministerpräsident Markus Söder mit 36,4 Prozent – allerdings mit einem historisch schwachen Ergebnis. Die Partei, die im Freistaat seit 65 Jahren den Regierungschef stellt, rutscht noch unter ihr desaströses Ergebnis von 2018 (37,2 Prozent). Schon damals war sie um mehr als 10 Punkte abgestürzt.
Für Söders bundespolitische Ambitionen, von ihm selbst regelmäßig zurückgewiesen, könnte das Wahlergebnis ein Dämpfer sein – zumindest wenn die CDU ihre Wahlen bis zur Kür des Unionskanzlerkandidaten im Herbst 2024 nicht ebenfalls in den Sand setzt.
Zur Erinnerung: Früher holte die CSU regelmäßig absolute Mehrheiten, mit Edmund Stoiber an der Spitze vor 20 Jahren sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Inzwischen ist schon die 40-Prozent-Marke fast außer Reichweite geraten.

Markus Söder bei seinem Auftritt am Wahlabend.
Die Grünen verlieren leicht auf 14,8 und kommen an ihr Rekordergebnis von 17,6 Prozent aus dem Jahr 2018 nicht heran.
Die AfD gewinnt stark dazu auf 16 Prozent (ehemals 10,2). Die SPD erreicht dagegen nur magere acht Prozent (ehemals 9,7 Prozent) – dies wäre das schlechteste Ergebnis bei einer Bayern-Wahl überhaupt. Die FDP verpasst mit 3 Prozent den Einzug ins Parlament (ehemals 5,1). Die Wahlbeteiligung wird mit 72,5 bis 76 Prozent angegeben; 2018 waren es 72,4 Prozent.
Söder will Koalition mit Freien Wählern
Söder will mit den Freien Wählern die seit 2018 bestehende Regierungskoalition fortsetzen. Ein viel diskutiertes Thema auf den Gängen nach der Wahlparty: Müssen die Freien Wähler nun ein zusätzliches Ressort bekommen?
Den Grünen hatte Söder im Vorfeld eine klare Absage erteilt.

Ricarda Lang feierte mit den Grünen in München.
Rund 9,4 Millionen Stimmberechtigte waren aufgerufen, die Abgeordneten für die nächsten fünf Jahre zu wählen, darunter eine halbe Million Erstwähler.
NIUS-Reporterin Helena Gebhard sprach in Hubert Aiwangers Heimat mit den Menschen darüber, ob die Flugblatt-Affäre dem Spitzenkandidaten der Freien Wähler in ihren Augen geschadet hat.
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