Start-Up-Größen offen für Schwarz-Blau: „Aktuell geben uns die Wähler eventuell keine andere Option ...“
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Es ist ein politischer Paukenschlag!
Als einer der ersten Wirtschafts-Bereiche Deutschlands zeigen sich Teile der Start-Up-Branche offen für eine schwarz-blaue Koalition aus CDU/CSU und AfD. Bekannte Größen wie Frank Thelen und Christian Reber diskutieren darüber öffentlich, wägen Für und Wider ab und brechen damit ein gigantisches Tabu: die sogenannte Brandmauer.
„Keiner will eine starke AfD, aber aktuell geben uns die Wähler eventuell keine andere Option, ihre demokratischen Stimmen in einer funktionierenden Regierung zusammenzubringen“, schrieb etwa Investor Frank Thelen (bekannt aus dem TV-Format „Die Höhle der Löwen“) und reagierte damit auf eine Debatte, die der frühere Chef des Startup-Verbandes Christian Miele und der bekannte Gründer Christian Reber öffentlich bei X angestoßen haben.
„... wenn wir nicht alle Wählerstimmen respektieren ...“
Reber hatte einen langen Beitrag bei X verfasst, der mit den Worten „Demokratie ist anstrengend, emotional, kontrovers und teilweise schmerzhaft“ begann. Er erwartet für Deutschland eine AfD-Mehrheit 2029, „wenn wir in der nächsten Bundestagswahl nicht alle Wählerstimmen respektieren“. Gemeint: Wenn nur Bündnisse jenseits der AfD erlaubt sind und je nach Wahlausgang 15, 18 oder gar 20 Prozent der Stimmen schlicht wegfielen.

Christian Reber gründete unter anderem das Start-Up Pitch.
Deshalb formulierte Reber eine Forderung an CDU-Chef Friedrich Merz: „Öffnen Sie sich für eine Koalition mit der AfD unter der Bedingung, dass kein offensichtlich rechts-radikales Parteimitglied politische Verantwortung tragen wird. Machen Sie klar, dass Deutschland unter Ihrer Führung nicht aus der EU austritt und keine neue Währung einführen wird. Stehen Sie gemeinsam mit der AfD für eine deutsche, bürgernahe und europäische Politik. Kein links, kein rechts, voller Fokus auf die Mitte bzw. die Mehrheit der Gesellschaft. Stehen Sie ein für eine starke Wirtschaftspolitik, radikale Entbürokratisierung, faire Löhne, schnelle Deflation und effiziente Führung im Interesse der Bürger.“
Reber ist kein Fan der AfD, im Gegenteil, wie er NIUS sagte. Es gehe vielmehr darum, die Brandmauer heute einzureißen, um nicht gänzlich die Kontrolle mit einer absoluten Mehrheit der AfD bei späteren Wahlen zu verlieren.
Die Befürchtung einer drohenden AfD-Mehrheit infolge einer erneuten Misch-Regierung aus bürgerlicher Union und mindestens einem linken Partner sieht auch Christian Miele. Die beiden Unternehmer und Gründer hatten über die Brandmauer-Frage persönlich diskutiert und ihre Debatte ins Netz getragen.
Miele bei X: „Die CDU wird den nächsten Kanzler stellen. Durch die Brandmauer wird es eine schwarz-grüne oder schwarz-rote Koalition geben, obwohl die Wählerinnen und Wähler mehrheitlich eine bürgerlich-rechte Politik wollen. Eine große Gefahr besteht, dass es abermals vier Jahre faule Kompromisse geben wird. Im Jahre 2029 wird die AfD dann ‚rechts‘ vorbeiziehen und stärkste Kraft im Land“, malt er als Szenario auf.

Christian Miele, der Ex-Chef des Startupverbandes
Er will jedoch weiterhin keine Bündnisse mit der AfD, wie er NIUS sagte: „Ich bin nicht der Meinung, dass die AfD in politische Verantwortung sollte. Ich habe aber die Angst, dass vier weitere Jahre fauler Kompromisse genau das bewirken. Die Mehrheit der Bürger will nun mal mehrheitlich bürgerlich-rechte Politik, das zeigen alle Umfragen und Wahlergebnisse.“ Deshalb spricht sich Miele für Schwarz-Gelb aus, „da brächte es eigentlich eine bundesweite Kampagne“, so der Investor.
Star-Investor Frank Thelen bedankte sich öffentlich bei Miele und Reber, dass überhaupt eine solche Debatte in Deutschland angestoßen wird. Wie eingangs erwähnt, sieht auch Thelen die Möglichkeit, dass an einem schwarz-blauen Bündnis aufgrund des Wahlergebnisses im Februar kein Weg vorbeiführe. „Dennoch bleibe ich optimistisch: Wir können es auch ohne die AfD schaffen. Dafür müssen Friedrich Merz und Christian Lindner allerdings einen sehr starken Wahlkampf führen. Weder CDU noch FDP wollen mit der SPD oder den Grünen koalieren.“
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