Stimmung bei Junger Union nach Merz-Rede eisig: „Das war Selbstmord, diese Rede“
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Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Junge Union noch mehr gegen sich und das Rentenpaket aufgebracht als sie ohnehin schon war – die Stimmung beim Deutschlandtag der Jungen Union im Europapark in Rust ist seit der Kanzler-Rede nebst Aussprache eisig.
„Das war Selbstmord, diese Rede“, sagte eine JUlerin zu NIUS. Die Enttäuschung des Nachwuchses von CDU und CSU sitzt tief. Das war allein daran zu merken, dass es bei der Rede des Kanzlers so gut wie gar keinen Applaus gab, stattdessen Gegrummel, Geraune und sogar Zwischenrufe, die dem Kanzler das Suchen nach Ausreden vorwarfen.
„Die Erwartungen waren groß und die konnte der Kanzler offensichtlich nicht erfüllen – da hat die Stimmung im Saal, denke ich, für sich gesprochen“, sagte Florian Hummel, Landesvorsitzender der Jungen Union in Baden-Württemberg zu NIUS.

Florian Hummel, Landesvorsitzender der Jungen Union in Baden-Württemberg
Felix Thiesen, der Landesvorsitzende von Hamburg sagte zu NIUS: „Merz hatte versprochen, dass die junge Generation sich auf ihn verlassen kann, dass er uns nicht im Stich lässt – die aktuellen Rentenpläne und der Auftritt beim Deutschlandtag zeigen, dass wir uns nicht blind auf ihn verlassen können und den Druck mit der Jungen Gruppe weiter hochhalten müssen.“
Lucas Schmitz vom hessischen Landesverband der Jungen Union und Mitglied im Hessischen Landtag wird noch deutlicher: „Das war eine Provokation uns gegenüber. Die Hoffnung der Jungen Union ist seit 2018, dass er die Politik in Deutschland als Bundeskanzler verändern wird. Und jetzt ist es umgekehrt: Das Amt des Bundeskanzlers verändert die Politik von Friedrich Merz.“

Lucas Schmitz, Abgeordneter im Hessischen Landtag
Schmitz meint, dass die Regierung Merz ein Glaubwürdigkeitsproblem habe und sagte weiter: „Brandmauer bringt uns nichts, wenn diese Regierung mit ihrer Politik und ihrer Kommunikation Brandbeschleuniger für die AfD ist.“
Merz wirft dem Parteinachwuchst schlicht vor, eine Sorge vorzutragen, die nicht existieren würde. Merz teile schlicht nicht die Einschätzung, dass mit dem von SPD-Sozialministerien Bärbel Bas vorgelegten Rentenpaket Zusatzkosten in Höhe von 120 Milliarden Euro entstünden. Das bestätigen zwar zig Ökonomen und Institute – der Kanzler will es aber scheinbar besser wissen.
Eigentlich ist der Deutschlandtag für den Parteinachwuchs auch eine Art „Get together“, eine politische Klassenfahrt mit ausgelassener Stimmung. Doch nach der Rede des Bundeskanzlers wird an Stehtischen heftig diskutiert. Anspannung und Enttäuschung sind zum Greifen.
Einer, der einen „Team Merz“-Pullover bei der Rede des Kanzlers getragen und die Debatte verfolgt hatte, sagte hinterher: „Das war wohl das letzte Mal, dass ich den trage…“
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