Trotz Ankündigung: Baerbock fliegt kaum Linie
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Wasser predigen und Wein trinken! Zumindest beim Fliegen hat Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) diese Methode perfektioniert. Noch beim Amtsantritt hatte die Ministerin angekündigt, bei Dienstreisen ins Ausland reguläre Linienflüge nehmen zu wollen. Wegen des Klimaschutzes. Eine CDU-Anfrage zeigt jetzt aber: Das Vorhaben der Ministerin hat eine Bruchlandung hingelegt.
Auf Dienstreisen fliegt sie nämlich kaum mit Linienmaschinen, sondern nutzt hauptsächlich die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums. Bei ihren 99 Auslandsreisen flog die Ministerin 87 Mal in Regierungsmaschinen, darüber hinaus war sie „drei Mal als Mitreisende anderer Kabinettsmitglieder für Inlandsflüge“ in den Regierungsmaschinen dabei.

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, steigt aus der Regierungsmaschine.
Die Zahlen stammen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des CDU-Bundestagsabgeordneten Christoph Ploß, die dem Spiegel vorliegt.
Nur drei Mal nutzte Baerbock für Auslandreisen Linienflüge, wie aus einer Antwort von Staatssekretärin Susanne Baumann hervorgeht. Demnach sei die Ministerin bei neun Reisen mit dem Zug gefahren.
Von Regierungsseite heißt es, dass grundsätzlich vor jeder Nutzung der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung zunächst emissionsärmere Reisemöglichkeiten wie die Nutzung von Zugverbindungen oder Linienflügen geprüft würden. Was jedoch Priorität habe, sei der zetliche Faktor, damit Termine eingehalten werden können.
Der Abgeordnete Ploß kritisierte diese Praxis scharf. „Die Doppelmoral der Grünen ist wirklich grenzenlos! Während die grüne Partei Eigenheimbesitzer im Namen des Klimaschutzes massiv belasten will und die deutsche Bevölkerung mit immer mehr Auflagen gängelt, fliegt Annalena Baerbock entgegen ihrer Versprechen fast ausschließlich mit Bundeswehr-Jets“, sagte Ploß gegenüber dem Spiegel.

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, geht nach ihrer Ankunft aus New York über den Flughafen der Flugbereitschaft.
Im Auswärtigen Amt gibt es verschiedene Erklärungen für das Verhalten der Ministerin. Laut Planern liege es daran, dass die Außenministerin oft mehrere Ziele in einem Land in kurzer Abfolge besucht. Das sei mit Linienflugverbindungen schwierig.
Hinzu kommen laut Spiegel auch immer wieder Sicherheitsbedenken. Für die Bodyguards sind Linienflüge wesentlich aufwändiger zu organisieren, da die Behörden mehr Personal bereitstellen müssten. Beim Regierungsflieger muss Baerbock lediglich am Flughafen abgeschirmt werden.
In den kommenden Monaten wird Baerbock nach Informationen des Spiegel häufiger Linie fliegen müssen. Denn nach der Ausmusterung der beiden A340-Flieger der Flugbereitschaft stehen deutlich weniger Langstrecken-Jets zur Verfügung.
Das wird wohl Auswirkungen auf eine USA-Reise der Ministerin im September haben. Für den Hinflug könne Baerbock noch auf einen A350 zurückgreifen, zurück geht es mit einem Linienflug.
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