Unternehmerin kritisiert Regulierung der Wirtschaft: „Alle die, die stark in die Elektromobilität investiert haben, stehen wirklich vor einer Art Scherbenhaufen“
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Die deutsche Automobilindustrie steht am Scheideweg – und Natalie Mekelburger, CEO der Coroplast Gruppe, spart nicht mit deutlicher Kritik an der politischen Agenda. Im Gespräch mit Ralf Schuler spricht die Unternehmerin über die Herausforderungen der Branche, die Auswirkungen der „grünen Transformation“ und warum sie eine einseitige Fokussierung auf Elektromobilität für einen Fehler hält.
Für Mekelburger ist die aktuelle Lage der Automobilindustrie alarmierend. Werksschließungen und der Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen bei VW und anderen großen Herstellern seien keine isolierten Fälle. „Das ist kein kurzfristiges Problem. Der Standort Deutschland ist einfach zu teuer und überreguliert“, erklärt die Coroplast-Chefin. Die Transformation hin zur Elektromobilität sei politisch forciert worden, ohne dabei die strukturellen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. „Wir sind längst nicht bereit für einen vollständigen Wechsel. Die Vorgaben sind unrealistisch.“

Im Gespräch nennt Mekelburger absurde Beispiele, denen sie als Unternehmerin im Regulierungswahn unterworfen ist.
Elektromobilität am Kunden vorbei?
Besonders kritisch sieht Mekelburger die politischen Eingriffe in die Modellpolitik der Automobilhersteller. „Es wurde festgelegt, dass die Zukunft elektrisch ist, ohne den Kunden zu fragen, ob er das überhaupt will“, bemerkt sie. Die einseitige Festlegung auf Elektromobilität habe alternative Technologien, wie synthetische Kraftstoffe, ins Abseits gedrängt. „Die Automobilindustrie wurde gezwungen, voll auf Elektro zu setzen, obwohl es andere, ebenfalls nachhaltige Wege gegeben hätte.“

Gesellschaft und Wirtschaft könne man nicht klar trennen, erläutert die Unternehmerin im Gespräch mit Ralf Schuler.
Mekelburger konstatiert: „Alle die, die stark in die Elektromobilität investiert haben, stehen wirklich vor einer Art Scherbenhaufen. Zumindest in der nächsten Zeit.“ Es funktioniere eben nicht, den Menschen mit Terminvorgaben den Umstieg auf E-Autos politisch zu verordnen.

Natalie Mekelburger im Gespräch mit Ralf Schuler am Firmenhauptsitz in Wuppertal.
China als Wettbewerber – und etwas Vorbild?
Auch die Rolle Chinas könne man laut Mekelburger nicht nur einseitig betrachten. „Die Chinesen denken pro Wirtschaft, wir oft gegen sie“, erklärt die Unternehmerin. Während China klar wirtschaftliche Ziele verfolge und strategisch in die Elektromobilität investiere, habe Deutschland den Fehler gemacht, sich zu sehr auf politische Vorgaben zu verlassen. „In China wäre unsere Strategie nicht durchsetzbar gewesen. Sie denken entlang der gesamten Wertschöpfungskette, während wir uns in Bürokratie und Ideologie verlieren.“

Die Unternehmerin wurde im Jahr 2017 von der Unternehmensberatung EY zum „Entrepreneur of the Year“ gekürt.
Das ganze Gespräch von Ralf Schuler mit Natalie Mekelburger finden Sie hier!
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Ralf Schuler
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