Von wegen „Die Mehrheit steht auf“: 61 Prozent der Teilnehmer bei „Demos gegen rechts“ wählen grün
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- Eine Studie der Universität Konstanz zeigt, dass das Protestpublikum bei „Demos gegen rechts“ nicht die „schweigende Mehrheit“ repräsentiert.
- 61 Prozent der Demonstranten „gegen Rechts“ sind Grünen-Wähler.
- 87 Prozent der Demonstranten gehören laut Studie dem linken Spektrum an.
Ein Aufstand der Grünen?
Seit Wochen loben Politiker und Medien die landesweiten Demonstrationen gegen Rechtsextremismus als ein Aufbäumen der Mitte der Gesellschaft. Doch eine aktuelle, repräsentative Studie der Universität Konstanz wirft ein neues Licht auf die Zusammensetzung der Protestierenden. Anstatt einer breiten gesellschaftlichen Bewegung zeigt sich ein deutlicher Überhang grüner und linker Sympathisanten unter den Teilnehmern.
Wer sind die Demo-Teilnehmer?
Die Untersuchung, durchgeführt in Kooperation mit der Denkfabrik „Progressives Zentrum“, fand heraus, dass 61 Prozent der Demonstranten bei drei Veranstaltungen im Südwesten Deutschlands Grüne wählen, während nur 3 Prozent der Teilnehmer sich selbst als „Mitte-rechts“ einordnen. Dies widerspricht der häufig zitierten Annahme, die Proteste würden die „schweigende Mehrheit“ mobilisieren. Tatsächlich waren CDU-Wähler und die „abstiegsbesorgte untere Mittelschicht“ unter den Protestierenden deutlich unterrepräsentiert.

Mehr noch: Zählt man die Stimmen von Grünen, SPD und Linke zusammen, kommt man auf 87 Prozent der Teilnehmer aus dem linken Spektrum. Heißt: Die Demonstrationen waren eigentlich Aufmärsche linker Bürger, die aber für sich in Ansprache nahmen, für die Mitte und „schweigende Mehrheit“ zu sprechen.
Die Mitte bleibt also stumm?
Die Forscher Marco Bitschnau und Sebastian Koos charakterisieren die Demonstranten als „arriviert, gebildet und mit klarer politischer Linkstendenz“. Interessanterweise lehnt eine große Zahl der Teilnehmer ein Verbotsverfahren gegen die AfD ab, was auf eine differenzierte Haltung innerhalb der Protestbewegung hinweist.
Die Ergebnisse stellen somit die Darstellung der Demos als gesamtgesellschaftliches Phänomen infrage. Sie legen nahe, dass es sich vielmehr um ein Engagement aus dem linken Spektrum handelt, was die Reichweite und die politische Vielfalt der Proteste beschränkt. Bedeutet: Die Mitte der Gesellschaft hat mit diesen Demonstrationen weniger zu tun, als es die breite Berichterstattung und politische Kommentierung vermuten ließen.
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