War Diether Dehm ein Stasi-Spitzel?
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Arbeitete der bekannte Komponist Diether Dehm für die Stasi und bespitzelte Musiker Wolf Biermann, den er managte?
Bei „Stimmt! Der Nachrichten-Talk“ konfrontierte Autorin Bettina Röhl (Tochter von Ulrike Meinhof und Klaus Röhl) Diether Dehm mit dem Vorwurf: „Hier sitzt Diether Dehm, der auch einen langen Weg gemacht hat: Linkspartei, Stasi.“ Sie bezieht sich damit auf bereits bekannte Anschuldigungen von Wolf Biermann und Historiker Hubertus Knabe. Letzterer arbeitete mehrere Jahre in der Forschungsabteilung des Bundesbeauftragten für Stasiunterlagen.
Dehm, ehemaliger Bundestagsabgeordneter sowohl der Linken als auch zuvor der SPD, bestreitet den Vorwurf vehement in der Sendung und nennt Historiker Hubertus Knabe einen „Ober-Lügner!“. Dehm führt weiter aus: „Was er behauptet hat, ist in diesem Fall völlig falsch. Das Ministerium für Staatssicherheit hat ganz gewiss im Jahre 1978 gegen mich einen Fahndungsbefehl erlassen und mich als DDR-Feind gebrandmarkt.“

Historiker Hubertus Knabe arbeitete von 1992 bis 2000 in der Forschungsabteilung des Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen.
Hubertus Knabe wollte den an ihn gerichteten Ober-Lügner-Vorwurf so nicht stehen lassen und führte gegenüber NIUS aus:
„Wie die meisten ehemaligen Stasi-Mitarbeiter versucht es Diether Dehm mit einer plumpen Methode: Er leugnet einfach, für die Stasi gearbeitet zu haben. Er hat allerdings das Pech, dass seine Akte vollständig überliefert ist. Unter der Signatur „AIM 3965/81“ kann man dort nicht nur nachlesen, dass ihn die Stasi 1971 auf der Basis der politischen Überzeugung anwarb. Man findet auch zahllose Berichte von ihm – etwa über die Jungsozialisten, die SPD, die Universität Frankfurt und vieles anderes mehr. Regelmäßig erhielt er entsprechende Aufträge. Mengenweise übermittelte er auch sogenannte Personenhinweise, zum Teil mit Bild, über Menschen aus seinem Umfeld. Damit das nicht auffällt, diente seine Frau als Kurier – die Flugkosten übernahm die Stasi.
Besonders übel war, wie Dehm als IM „Willy“ und seine Frau als IM „Christa“ den DDR-Liedermacher Wolf Biermann nach dessen Ausbürgerung in den Westen bespitzelten. Dehm hatte sich damals in Biermanns Vertrauen eingeschlichen und wurde sein Konzertmanager. Die Stasi erfuhr auf diese Weise nicht nur alle Einzelheiten über seine geplanten Auftritte, sondern auch über sein kompliziertes Privatleben. Mehr noch: Über Dehm konnte die Stasi mitentscheiden, wo Biermann öffentlich sang. Dehm verschaffte der Stasi sogar eine Kopie von Biermanns Stempel.
Wie zufrieden die Stasi mit Dehm war, geht aus einem Vorschlag vom November 1977 hervor, ihn mit einer Geldprämie von 500 DM auszuzeichnen. In der Begründung hieß es: „Der IM arbeitet zuverlässig, auf der Basis der politischen Überzeugung mit dem MfS zusammen. Durch eine hohe Einsatzbereitschaft des IM ist es gelungen, Biermann nach dessen Ausbürgerung im Operationsgebiet zeitweilig gut unter Kontrolle zu bekommen. Der IM erarbeitete wertvolle Informationen zur Person des Biermann, dessen Pläne und Absichten sowie der politischen Wirksamkeit. Durch den Einsatz des IM konnten einige geplante Veranstaltungen feindlicher Kräfte und damit die Ausnutzung Biermanns für deren Zwecke verhindert werden.“
Nach siebenjähriger Agententätigkeit brach der Kontakt ab. Trotz mehrfacher Mahnungen und telefonischer Zusagen kamen er und seine Frau nicht mehr zum Treff mit der Stasi.“, so Hubertus Knabe.
Dieter Dehm bestreitet, je für die Stasi gearbeitet zu haben und weist die Anschuldigungen von sich. Auch die genannten 500 DM habe er nie erhalten, für die es auch keinen Zahlungsbeleg gibt.
Die ganze Sendung „Stimmt! Der Nachrichten-Talk“:
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