Weltklimakonferenz in Dubai: das größte Privatjet-Treffen der Welt
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Es klingt nach einem schlechten Scherz: Mehr als 70.000 Regierungsvertreter und -mitarbeiter aus aller Welt fliegen in hunderten Privatjets in den ölreichen Staat Dubai, um die Rettung des Klimas zu planen und warnende Botschaften in die Welt zu senden. Als würden sich die anonymen Alkoholiker in der Kneipe einfinden ...
Die 28. Weltklimakonferenz findet in diesem Jahr tatsächlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Aus Deutschland reist eine Mega-Delegation von 250 Politikern und Beamten nach Dubai an. Allein aus dem Auswärtigen Amt werden 60 Personen nach Dubai fliegen, weitere 40 aus dem Bundeskanzleramt, 47 aus Habecks Klimaschutz- und Wirtschaftsministerium.
Das zeigt eine Antwort von Ex-Greenpeace-Chef-Aktivistin und der heutigen Klima-Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, Jennifer Morgan, auf eine parlamentarische Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, über die Bild berichtet.

Sultan al-Jaber (r-l), Präsident der diesjährigen Weltklimakonferenz (COP28), mit Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Abu Dhabi, und Reem al-Hashimy, emiratische Staatsministerin für internationale Zusammenarbeit, vor dem COP28-Klimagipfel.
Große Ziele in Sachen Klimaneutralität
Die Vereinigten Arabischen Emirate werden in den kommenden zwei Wochen (das Klima-Festival geht bis zum 12. Dezember) also nicht nur Öl-Riese und Gastgeber des größten Klima-Klassentreffens der Welt sein, dort wird auch der größte Parkplatz für Privatjets und Regierungsflieger der Welt eingerichtet werden müssen. Den braucht es für alle Politiker und Regierungsvertreter, die – wenn es so läuft wie in den vergangenen Jahren – mahnende Reden voller großer Versprechen halten werden, denen selten große Taten folgen.
Aber kein Problem, das mit den Privatjets: Für jeden Gast der COP28 werden die Emirate zehn Mangroven-Bäume pflanzen, die besonders viel CO2 aufnehmen können. Sowieso haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate große Ziele in Sachen Klimaneutralität gesetzt: Bis zum Jahr 2030 soll der CO2-Ausstoß um 40 Prozent gesenkt werden, bis 2050 komplett auf 0.

Die COP28 ist das größte Klimaschutztreffen der Welt.
Geschäftsplattform und Werbeveranstaltung für Öl und Gas
Der Gastgeber der Weltklimakonferenz will Klima-Vorreiter werden.
Was dabei freilich stört, sind die mehr als 200 Millionen Liter Erdöl, die pro Jahr gefördert werden, um die Klimawende und anderen Luxus in den sieben Emiraten zu finanzieren. Und die Tatsache, dass die Weltklimakonferenz offenbar missbraucht werden soll, um neben all den öffentlichen Klima-Runden mit 15 Ländern über Geschäfte rund um fossile Brennstoffe zu sprechen. Das berichtet die britische BBC und beruft sich dabei auf enthüllte Briefing-Dokumente.
Auch mit Vertretern aus Deutschland soll das staatliche Ölunternehmen „Adnoc“ in Kontakt treten. Mit China etwa solle evaluiert werden, wie Flüssiggas-Projekte in Mosambik, Kanada und Australien umgesetzt werden könnten.
Die Vereinigten Arabischen Emirate bestritten gegenüber der Zeitung nicht einmal, die COP28-Treffen generell für Geschäftsgespräche genutzt zu haben, und sagten, „private Treffen sind privat“. Man versicherte nur, dass sich ihre Arbeit auf „sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen“ konzentriere.
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