Bestseller-Autor Mathias Brodkorb über Geschichtsklitterung in Museen: „Das ist ein suizidaler Vorgang“
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Früher wollten ethnologische Museen aufklären, Wissen vermitteln über andere Völker und die Welt jenseits der eigenen Grenzen. Heute hat eine bizarre Ideologie Einzug gehalten in die mit öffentlichen Geldern finanzierten Bildungsstätten von einst, sagt der Publizist Mathias Brodkorb im Gespräch bei „Schuler! Fragen, was ist“.
Brodkorb, ehemaliger SPD-Finanzminister in Mecklenburg-Vorpommern, enthüllt in seinem jüngsten Buch „Postkoloniale Mythen“ einen erschreckenden ideologischen Ungeist, der in viele der früheren „Völkerkundemuseen“ des deutschsprachigen Raumes eingezogen ist. Weil linke Historikerkreise ein Problem mit dem Begriff „Volk“ haben und der Theorie der „Weißen Dominanz“ anhängen, gilt allein schon die wahrheitsgemäße Darstellung der Geschichte anderer Völker als Ausdruck postkolonialistischer Gewalt und wird abgelehnt.
Das ganze Interview sehen Sie hier:
In der Realität sieht das dann so aus, dass etwa im Berliner Humboldt-Forum, im Leipziger Grassi oder im Museum am Rothenbaum in Hamburg historische Fakten verdreht oder von Künstlern der jeweiligen Herkunftsländer beschönigend kommentiert werden. Bizarre Kunst-Performances sollen das Einfühlen in die fremden Kulturen fördern und ersetzen die Wissensvermittlung. Im Falle der sogenannten Benin-Bronzen, deren Rückgabe vor einiger Zeit Schlagzeilen machte, stimmt so gut wie nichts, was darüber geschrieben wurde. Auch Raubkunst sind sie in den meisten Fällen nicht.

Mathias Brodkorb im Gespräch mit Ralf Schuler
„Man glaubt, durch die Bereinigung der Geschichte ein besserer Mensch zu werden“
Brodkorbs bitteres Fazit: Die Museen zerstören das historische Erbe, das sie eigentlich bewahren sollten. „Das ist hochproblematisch“, sagt er bei „Schuler! Fragen, was ist“. „Denn eine aufgeklärte Gesellschaft, eine demokratische Gesellschaft, kann nicht ohne Aufklärung und Wahrhaftigkeit existieren. Diese Art und Weise, Ausstellung zu machen, ist sicherlich nicht förderlich und auch nicht hilfreich für unsere gesamte Gesellschaft. Wenn es einen Sinn haben soll, sich mit Geschichte zu beschäftigen, dann kann es ja neben dem Erkenntnisinteresse als Wissenschaftler nur darum gehen, aus den Fehlern – oder den positiven Beispielen – der Vorfahren zu lernen.“
Mit staatlichem Geld und ideologischer Flankierung linker und grüner Politik werde ein ganzer Strang der Geschichtswissenschaft zerstört, sagt Brodkorb. „Wenn ich die Geschichte verzerrt darstelle, sie in mein weltanschauliches Korsett presse, dann zerstöre ich die einzige Funktion, die Geschichtswissenschaft im weitesten Sinne für die Gesellschaft jenseits der Wahrheitssuche haben kann. Und das ist ein suizidaler Vorgang, würde ich sagen. Es ist eine Art von Selbstmord.“
Hinter dieser fatalen Entwicklung sieht Brodkorb eine Art moralische Mission, „dass man durch diese Bereinigung der Geschichte glaubt, einen höheren moralischen Status erarbeiten zu können, ein besserer Mensch zu werden.“
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Ralf Schuler
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