Kabarettist Vince Ebert: „Wir leben nicht nur in einer wirtschaftlichen, sondern vor allem in einer mentalen Rezession“
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Er ist Diplom-Physiker und war Fernmelder bei der Bundeswehr. Der Buchautor und Kabarettist Vince Ebert kann – neben dem üblichen Humor – auch ernste Töne anschlagen. Bei „Schuler! Fragen, was ist“ spricht der 57-Jährige über die ausufernde Bürokratie im Land, die jeglichen Aufschwung lähmt und die deutsche Bevölkerung in eine mentale Rezession führt.
Das ganze Interview sehen Sie hier:
„Wir haben so eine Hoffnungslosigkeit“
Im Gespräch und als Autor kommentiert Ebert ohne Gnade auch politische Wunden. „Wir leben nicht nur in einer wirtschaftlichen, sondern vor allem in einer mentalen Rezession“, sagt der Autor. Die Thematik behandelt er tiefgehend in seinem neuen Buch „Wot se Fack, Deutschland“ (17 Euro). Im Interview spricht Ebert von einer „Hoffnungslosigkeit“, von einem Gefühl des „Geknebelt seins“, das auf einen „unglaublichen Bürokratiewahn“ zurückzuführen sei. Es seien schon vor Jahren falsche Entscheidungen getroffen worden. Bereits im Jahr 2011 habe Ebert in einem Beitrag darauf hingewiesen, dass der Ausstieg aus der Kernenergie uns „energiepolitisch und wirtschaftlich irgendwann mal komplett auf die Füße fallen“ werde. Als Physiker habe es ihn verwundert, dass Merkel als Kollegin das nicht besser gewusst habe.

Vor 30 Jahren entdeckte Ebert sein komödiantisches Talent. Ein guter Volleyballer war er damals auch.
„Mir ist erst mal die Spucke weggeblieben“
Kürzlich wurde bekannt, dass Ebert in diesem Jahr die Hayek-Medaille verliehen wird. Die Hayek-Medaillen werden Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Idee der Freiheit herausragende Verdienste erworben haben, national und international. Er folgt damit unmittelbar auf den argentinischen Präsidenten Javier Milei, der im vergangenen Jahr ausgezeichnet wurde. „Es ist mir erst mal die Spucke weggeblieben“, berichtet der Comedian von der guten Nachricht via Telefon.

Vince Ebert (Baujahr 1968) heißt bürgerlich Holger Ebert.
An Milei als Preisträger stört sich Ebert keinesfalls. Er hat „Bürokratie wirklich komplett runtergefahren, hat Ministerien geschlossen“, auch wenn das nicht nur Zustimmung auslöse. „Wenn man sich Umfragen unter den jungen Leuten anguckt, junge Argentinier, die haben auf einmal einen Riesen-Optimismus, einen riesigen Zukunftsoptimismus“, sagt Ebert.
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Ralf Schuler
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