Manager-Legende Kurt Lauk: „Der Zertifikatehandel ist ideologischer Quatsch. Muss abgeschafft werden!“
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Klare Analyse, klare Fakten und klare Aussprache sind sein Markenzeichen: Manager-Legende Prof. Kurt Lauk (Eon, Daimler, Audi) geht bei „Schuler! Fragen, was ist“ hart mit der aktuellen Klimapolitik ins Gericht. Der langjährige Chef des CDU-Wirtschaftsrats hält die gezielte Verteuerung des CO2-Ausstoßes durch immer teurer werdende CO2-Zertifikate für einen Irrweg.
Hier geht es zum Interview:
„Wir müssen wegkommen von dieser Ideologie der Klimaneutralität“
„Der Zertifikatehandel ist ideologischer Quatsch. Muss abgeschafft werden“, sagt Lauk bei „Schuler! Fragen, was ist“. Für Kurt Lauk sitzt das Übel viel tiefer: „Wir müssen wegkommen von dieser Ideologie der Klimaneutralität. Es wird nicht klappen, wenn man die Zahlen anguckt. Ein durchschnittlicher Amerikaner verbraucht etwa 16 Tonnen CO2 pro Person und Jahr. In Europa sind wir mittlerweile knapp unter zehn Tonnen. Das liegt daran, dass wir deindustrialisieren. Aber es ist immer noch eine hohe Zahl. China liegt bei vier Tonnen pro Bewohner. Der Rest der Welt liegt im Schnitt unter zwei Tonnen – aufgrund der Armut.“

„Der Strompreis in Deutschland wird nicht beherrschbar bleiben. Wir werden den teuersten Strom in ganz Europa haben, wahrscheinlich im Rest der Welt“, sagt Lauk.
„Wir können den Aufstieg der armen Länder gar nicht kompensieren“
Lauk bringt es auf den Punkt: „Das ganze System Klimaneutralität funktioniert nur, wenn wir die armen Länder überzeugen: Bitte bleibt arm, damit wir reich bleiben können. Das ist doch absurd, diese Klimaneutralität! Die ganzen Klimakonferenzen sind alle gescheitert, weil die armen Länder sagen: ‚Passt mal auf: Ihr habt die Scheiße angerichtet, jetzt könnt ihr das Problem auch wieder lösen.‘ Die armen Länder wollen reicher werden, die wollen ein Haus bauen, die wollen Milch trinken, die wollen Fleisch essen, die wollen Joghurt und Gemüse essen. Und so weiter und so fort. Aber das geht natürlich nur, indem der CO2-Ausstoß bei denen hochgeht.“

NIUS-Politikchef Ralf Schuler traf Lauk in seinem Stuttgarter Stadtbüro.
Kurt Lauk ist sich sicher: „Wir kriegen die CO2-Neutralität nicht hin. Wir können den Aufstieg der armen Länder gar nicht kompensieren, wir müssten auf null gehen und mit dem Klimaschutz unsere Produktionskosten permanent erhöhen. Die Folge: Es verschwinden die Arbeitsplätze.“ Als unlängst Evonik-Chef Christian Kullmann in der FAZ kritisierte, dass es nicht einmal Berechnungen über die Kosten der Energiewende gibt, war Lauk wenig überrascht. „Wir kennen die wirklichen Zahlen für die Transformation zur CO2-freien Gesellschaft nicht. Natürlich kennen wir die nicht, weil es Ideologie ist, und Ideologie kann ich nicht rechnen. Ideologie interessiert sich nicht für Kosten. Und damit ist die Volkswirtschaft de facto auf dem absteigenden Ast. Und das ist genau das, was wir jetzt sehen.“
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Ralf Schuler
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