Ulrich Siegmund (AfD) will in Sachsen-Anhalt regieren: „Jeder einzelne Steuer-Euro sollte mit Respekt von einem Politiker behandelt werden“
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Wird die Brandmauer spätestens am 6. September 2026 zerbrechen? Die Umfragen deuten darauf hin: Denn Ulrich Siegmund ist Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt und kann nach aktuellen Umfragen fast 40 Prozent der Wähler von seiner Parteiprogrammatik überzeugen. Mit diesem Rekordergebnis wäre eine Regierung ohne AfD-Beteiligung nahezu undenkbar.
Im Interview mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler erklärt Siegmund, welche Maßnahmen eine AfD-geführte Landesregierung als erstes angehen würde. Und der Tangermünder macht klar: Bei der Verwendung von Steuergeld braucht es eine Kehrtwende zu mehr Sparsamkeit.
Das ganze Interview sehen Sie hier:
Siegmund ist einer der erfolgreichsten Politiker auf TikTok
In Ulrich Siegmund könnte die personelle Erneuerung stecken, die die AfD für Anschlussfähigkeit und Regierungsverantwortung bitter nötig hat. Denn nicht einmal in seinem Wikipedia-Eintrag sind die Kategorien „Kritik“ oder „Kontroversen“ vorhanden. Bei der Jugend ist Siegmund ein politischer Star, hat 574.000 Follower auf TikTok und 183.000 auf Instagram. „Mein Ziel war es, einen Beitrag zu leisten, dass sich Menschen unvoreingenommen einen eigenen Eindruck von der AfD verschaffen können. Das habe ich über die sozialen Medien gemacht und mein Anspruch ist es, bei jedem Video, bei jedem Beitrag einfach nur zu überlegen: ‚Wie kannst du die politischen Umstände, die hier aktuell passieren, die oftmals hinter den Kulissen auch passieren, die sehr komplex sind und sehr, sehr schlecht sind, so verständlich wie möglich nach außen bringen?‘“

Siegmund stellte sich den Fragen von NIUS-Politikchef Ralf Schuler in der Brauerei Schulzens in Tangermünde.
„Wir alle sind abhängig von politischen Entscheidungen“
Siegmund möchte mit seiner Social-Media-Präsenz vor allem authentisch sein, sagt er. „Das ist mein Anspruch und das versuche ich in jedem Video so deutlich wie möglich herüberzubringen, damit ich vielleicht auch manchmal zeige, wie deutlich doch politische Einflüsse auf jede Lebenssituation eines jeden Einzelnen sind.“

War selbst mal CDU-Mitglied: Ulrich Siegmund (34) will nun für die AfD Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt werden.
AfD-Spitzenkandidat war mal Gründer
Vor seiner Zeit als Politiker gründete Siegmund ein „Handelsgeschäft für Raumbeduftungen“. Dies sei damals eine Marketing-Idee gewesen, um Atmosphären im Raum, etwa in großen Stores, zu verbessern. „Ich war auch in der Medizinbranche vorher viele, viele Jahre tätig. Ich habe eine kaufmännische Grundausbildung gemacht, habe später noch ein Studium gemacht. Aber sei’s drum.“

Als ehemaliger Selbstständiger will AfD-Spitzenkandidat Siegmund die Sorgen der Wirtschaft kennen.
Viel wichtiger für ihn sei die Erfahrung, einen Gründungsprozess durchlebt zu haben. „Das ist, glaube ich, auch politisch ganz, ganz wichtig. Wenn man die andere Seite kennt und weiß, wie hart ein Euro erarbeitet werden muss in diesem Land und wie viel einem davon weggenommen wird, dann weiß man auch Steuermittel ganz anders einzuschätzen“
Siegmund erinnert sich an eine der ersten Plenarsitzungen seiner Karriere. „Da hat einer von der SPD, da ging es um 30 Millionen Euro, das als Peanuts bezeichnet. Da hab’ ich gedacht, was ist denn jetzt los?“ Im großen Haushalt möge das ein kleiner Posten gewesen sein, aber „jeder einzelne Steuereuro, finde ich, sollte mit dem gleichen Respekt von einem Politiker bearbeitet werden. Ob es zehn Millionen sind, dreißig Millionen, dreihundert Millionen oder zehn Euro. Völlig egal. Steuergeld ist Steuergeld.“ Siegmund sieht insbesondere diese Perspektive in seiner Partei gut vertreten.
„Weil wir alle aus der Mitte der Gesellschaft kommen. Und wenn man selbst so etwas durchlebt hat – ich habe auch mit 16 Jahren gekellnert und war auf dem Bau für vier Euro die Stunde –, dann weiß man das einfach anders zu schätzen. Und diese Perspektive möchte ich auch niemals verlieren.“
Das ganze Interview mit Ulrich Siegmund können Sie hier ansehen
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Ralf Schuler
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