„Absolut indiskutabel“: Sportstudio-Gast attackiert Bayern wegen Mazraoui-Begnadigung
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Der Fall Noussair Mazraoui und der Umgang des FC Bayern mit den Pro-Hamas-Bekundungen des Fußballprofis: „Das ist für mich absolut inakzeptabel. Das ist absoluter Antisemitismus.“ Alon Meyer, Präsident des jüdischen Turn- und Sportverbands Makkabi Deutschland, hat kein Verständnis für den Vorgang.
Meyer war am Samstagabend zu Gast beim „Aktuellen Sportstudio“ im ZDF. Zunächst wurde ein Interview mit Bayern-Trainer Thomas Tuchel eingespielt, der sagte: Mazraoui habe „echte Reue“ gezeigt, sonst wäre eine Wiederaufnahme in den Bayern-Kader nicht möglich gewesen. Meyers unmittelbare Reaktion auf den Beitrag: „Ich bin zutiefst enttäuscht! Weil ich hier Thomas Tuchel entschieden widersprechen muss. Keiner fordert eine pauschale Entscheidung. Aber wenn man die Chronologie sieht, was gepostet wurde von dem Spieler, der eine immense Reichweite hat. Und wenn man sieht, was der FC Bayern nach einem Gespräch als Erklärung abgegeben hat, um den Spieler ohne jegliche Konsequenzen weiter im Verein spielen zu lassen, ist das für mich, für jeden, der unsere Gesellschaft auch nur annähernd respektiert, absolut indiskutabel und inakzeptabel!“
Mazraoui hatte nach dem Massaker der Hamas-Terroristen auf Israel mit mehr als 1400 ermordeten Menschen einen Beitrag gepostet, in dem der Hamas der Sieg gewünscht wurde und Posts eines Accounts verbreitet, der die Auslöschung Israels forderte. In einer Erklärung des FC Bayern wird Mazraoui mit den Worten zitiert, er verurteile „jede Art des Terrorismus und jede Terrororganisation“. Eine Formulierung, die Makkabi-Chef Meyer in Rage bringt. Sie sei „absolut indiskutabel“ und wurde dem Profi in den Mund gelegt: „Dieser Satz sagt gar nichts für mich aus. Das ist für mich sehr niederschmetternd.“ Meyer erklärt: „In keinem Wort ist das Massaker erwähnt oder Beileid bekundet. In keinem Wort ist das Wort Israel erwähnt. Ja klar, weil man Israel, die Existenz des Staates, vielleicht gar nicht anerkennt. In keinem Wort ist, und das ist das Entscheidende, von einer Entschuldigung die Rede. Auch wird die Hamas nicht verurteilt.“

Aktuell verletzt, bald wieder im Bayern-Trikot unterwegs: Noussair Mazraoui

Meyer am Samstagabend zu Gast bei ZDF-Moderator Jochen Breyer
Meyer fragt: „Wo bleibt denn noch unsere Gesellschaft, wenn wir sowas akzeptieren? Was bringt uns das, wenn die Spitzensportler des Vereins, die Millionen verdienen, so etwas posten? Sie konterkarieren unsere Arbeit, die wir täglich machen. Wir bauen Brücken, wir wollen Vorurteile abbauen. Die werden hier mit einem Post mit Füßen getreten.“
Zum Abschluss des Gesprächs verweist Meyer auf den Gegner des FC Bayern am Samstag: Der 1. FSV Mainz hatte unter der Woche den Profi Anwar El Ghazi suspendiert, weil dieser sich mit den Worten „From the river to the sea – Palestine will be free“ eindeutig positioniert hatte. Mainz stehe auf einem Abstiegsplatz, braucht aktuell wirklich jeden Spieler. Und trotzdem hätten sie „die Zivilcourage, ein Zeichen zu setzen“, lobt der Makkabi-Chef.
Vor der Bundesliga-Partie gab es eine Schweigeminute. Der israelische Bayern-Torwart Daniel Peretz kämpfte sichtlich mit den Tränen. Mazraoui fehlte verletzt, soll nach der Genesung wieder das Bayern-Trikot tragen.
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