Alonsos Meisterformel: Bayer interessiert sich nur für Bayer
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Servus zusammen,
Lukas Hradecky ist Torhüter bei Bayer 04 Leverkusen. Er gilt als sehr besonnener und bodenständiger Zeitgenosse. Hradecky ist weder je durch freche Sprüche noch durch Ironie aufgefallen. Umso glaubwürdiger ist daher seine Aussage in einem Interview, dass mehr als die Hälfte der Bayer-Profis vor der Begegnung gegen den VfL Wolfsburg das Ergebnis des FC Bayern gegen Mainz05 nicht kannten.
Also zum Mitschreiben: 26 Stunden nach dem 8:1 des direkten Verfolgers Bayern bereiteten sich die Jungs von Xabi Alonso auf ihren Einsatz gegen Wolfsburg vor, ohne zu wissen, wie der aktuelle Deutsche Meister ihnen die erste Meisterschaft noch versauen könnte. Das nenne ich mal ein überaus ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Vielleicht aber auch Naivität. Vor Jahren hat mir mal ein erfolgreicher Bundesliga-Trainer eine Geschichte erzählt. Er ließ seinerzeit in der Kabine Zettel und Stifte verteilen. Die Mannschaft sollte die eigene Aufstellung und die erwartbare Aufstellung des kommenden Gegners aufschreiben. Auf der eigenen Aufstellung fehlte nirgends der eigene Name. Aber bei der Aufstellung des Gegners klafften bei den meisten riesengroße Lücken. Einer der Probanden kannte lediglich drei Spieler des Gegners!
Ich wollte die Geschichte zuerst nicht glauben, aber sie ist wahr. Für mich ein Unding. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als ich später Sportchef des Bayerischen Rundfunks wurde. In einer Sitzung, in der immerhin gut über 30 Leute versammelt waren, fragte ich nach, wer denn alle Sendungen unserer Redaktion übers Wochenende im Bayerischen Fernsehen gesehen hatte. Es war eine knappe Handvoll. Gerade mal zwanzig Prozent aller Kollegen interessierten sich für unser eigenes Werk und Schaffen! Ich stellte mir daraufhin die Frage, warum sich denn eigentlich die Zuschauer dafür interessieren sollten?
Ich gebe zu, dass das ein leicht hinkender Vergleich ist. Ich komme zurück zu Bayer Leverkusen.
Möglicherweise gehört genau das zum Erfolgsrezept von Bayer04: Nur auf die eigene Leistung schauen und sich nicht am Gegner orientieren. Auch wenn es sich dabei um den Rekordmeister FC Bayern München handelt. Die Werkself steht immer noch ungeschlagen mit zehn Punkten Vorsprung in der Tabelle vor den Bayern. Das sind eben die harten Fakten. Mehr müssen die Jungs nicht wissen. So denkt offenbar Xabi Alonso.
Bisher behielt er damit recht. Genau mit dieser Selbstsicherheit spielten die Leverkusener auch gegen Wolfsburg. Nicht berauschend, aber geduldig. Am Ende stand es unspektakulär 2:0. Drei Punkte im Sack, ab zum nächsten Spiel.
Kann man so machen und so wird man anscheinend Meister!
Ihr Waldi Hartmann
Hier die neue Folge „Waldis Dritte Halbzeit“:
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