Brutalo-Foul, Islamistengruß, Halsabschneider-Geste: Soll Antonio Rüdiger mit zur WM?
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RedaktionAntonio Rüdiger provoziert am laufenden Band. Für Aufsehen sorgte der Real-Madrid-Spieler mit einem Foto, auf dem er den Islam-Finger reckte, oder mit der „Hals-ab“-Geste, für die er 40.000 Euro Strafe zahlen musste. Der jüngste Vorfall, das rücksichtslose Foul gegenüber dem Spanier Diego Rico, löste eine Debatte aus: Soll Rüpel-Rüdiger noch Teil des deutschen Nationalteams sein? NIUS hörte sich in Berlin um.
Antonio Rüdiger sorgte wieder für Gesprächsstoff. Diesmal ging es um ein brutales Foul. Bei einem spanischen Ligaspiel zwischen Real Madrid und FC Getafe stürmte der 33-Jährige mit dem Knie voran auf den schon am Boden liegenden Gegenspieler Diego Rico. Rüdiger traf ihn mitten im Gesicht. Trotzdem kassierte er keinen Platzverweis, geschweige denn eine Verwarnung. Für Rico war das ein absichtliches Foul. Rüdiger habe ihm „das Gesicht zertrümmern wollen“, sagte der Getafe-Spieler. Rund zwei Wochen später folgte dann der Aufreger-Satz von Rüdiger dazu: „Wenn ich ihn mit Absicht gefoult hätte, hätte ich ihn verletzt.“ Von Reue keine Spur. Rüdiger meinte: „Ich mag es, hart zu spielen.“

Diego Rico vom FC Getafe (am Boden liegend) ist sich sicher: Rüdiger wollte ihm „das Gesicht zertrümmern“.
Fußball-Fans und Experten debattierten in den vergangenen Tagen: Sollte der Verteidiger noch Teil der Nationalmannschaft sein? Dazu meldete sich Bundestrainer Julian Nagelsmann nun zu Wort.
Nagelsmann verteidigt Rüdiger
„Antonio ist unglaublich committet für den Erfolg der Nationalmannschaft. Er schützt die Familie Nationalmannschaft, ist ein richtiger Typ und hat den maximalen Siegeswillen“, sagte der Trainer am Freitag gegenüber Bild. Nagelsmann stellte klar: Der Abwehr-Kämpfer bleibt im Team.

Der deutsche Bundestrainer Julian Nagelsmann spricht ein Machtwort.
Rüdigers polarisierenden Satz kommentierte der Bundestrainer so: „Ich spreche mit dem Spieler oder mit allen Spielern, wenn es solche Vorfälle gibt, immer mit dem Spieler persönlich darüber, und der erklärt mir seine Sicht der Dinge. Die Äußerung, die er danach getroffen hat, ja, das ist ein erwachsener Mann, der kann seine Meinung dann kundtun, wie er die Situation halt wahrgenommen hat.“
Ist Rüdigers schlechtes Benehmen ein Problem?
NIUS war am Donnerstag in Berlin unterwegs und wollte von Fußball-Fans wissen: Soll Rüpel-Rüdiger trotz seines Verhaltens bei der WM antreten? Und ist er noch ein gutes Aushängeschild für das deutsche Nationalteam?
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„Aus sportlicher Sicht sollte er mit zur WM“, sagt ein Mann gegenüber NIUS. „Wenn er nicht weiter auffällig wird, gerne“, meint ein anderer. Das Instagram-Bild, auf dem Rüdiger den Islam-Finger zeigt, sei aber „eine sehr provokante Geste“, die weltweit für Diskussionen über Deutschland sorgen könnte, befürchtet der er.
„Wenn man stolz auf seine Religion ist, dann kann man das auch zeigen“
Der Real-Madrid-Spieler fällt immer wieder negativ auf. Anlässlich des Ramadans postete der Muslim im März 2024 ein Foto, auf dem er in weißem Gewand auf einem Gebetsteppich sitzt und den rechten Zeigefinger in die Höhe streckt. Das islamische Symbol wird auch von Kämpfern der islamistischen Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gezeigt.

2024 schockte Rüdiger: Er zeigte den Islamisten-Gruß auf einem offiziellen Uefa-Foto.
2025 schockierte Rüdiger mit einer Halsabschneider-Geste, die er in Richtung Atlético-Fans zeigte. Wegen „Verstoßes gegen die Grundregeln guten Verhaltens“ musste er daraufhin 40.000 Euro Strafe zahlen. Für die Kopf-ab-Geste wurde er auch für ein Spiel während der Champions League gesperrt.
„Das gehört zum Fußball“
Für einen jungen Mann ist Rüdigers schlechtes Benehmen kein Problem. Er verteidigt den Nationalspieler und erklärt: „Das gehört zum Fußball. Wenn man die Emotion dabei hat, ist das so“. Ein anderer Mann sieht das ähnlich: „Ich fand das mit dem Islam-Finger ein bisschen übertrieben. Ich glaube, das wurde größer gemacht, als es war.“ Im Fußball seien Emotionen normal. Der Fußball-Fan gibt aber zu: Rüdiger sei „nicht das perfekte Aushängeschild für Deutschland“. Ein anderer findet, dass sein Verhalten „kein gutes Vorbild für Kinder“ sei.
Für zwei Jungs am Alexanderplatz ist klar: Fußball ist heute auch politisch. Sie sehen kein Problem darin, dass der deutsche Nationalspieler den Islam-Finger zeigt. Christliche Kicker würden sich auch etwa bekreuzigen. „Wenn man stolz auf seine Religion ist, dann kann man das auch zeigen“, meint einer der beiden.
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