Comeback auf der DFB-Trainerbank: Es gibt nur zwei Rudi Völler!
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Wir alle dachten: Es gibt nur einen Rudi Völler. Aber jetzt gibt’s ihn noch ein zweites Mal!
Rudi Völler, DFB-Teamchef von 2000 bis 2004 und in dieser Rolle Vizeweltmeister von 2002, kehrt zurück auf die Trainerbank. Zumindest für das Länderspiel am Dienstag gegen Frankreich. Danach will er eine Dauer-Lösung als Nachfolger für den gefeuerten Hansi Flick präsentieren. Julian Nagelsmann ist im Gespräch. Louis van Gaal bringt sich selbst ins Gespräch. Lothar Matthäus will nicht, bei Matthias Sammer ist immer alles möglich. Aber wer weiß. Vielleicht zieht Völler ja auch bis zur Heim-EM durch ……
Es wäre eine großartige Pointe der Fußball-Geschichte, schließlich hat Völler auf der Zielgeraden zum letzten Turnier in Deutschland das Handtuch geworfen. 2004 war nach der desolaten EM in Portugal (kein Sieg, zwei Remis) Schluss für ihn – und Rudi war beim Sommermärchen 2006 nur Zuschauer.
In der Start-Aufstellung bei seinem letzten Spiel als DFB-Coach am 23. Juni 2004: Jens Nowotny, Christian Wörns, Didi Hamann, Kevin Kuranyi – aber auch die späteren Weltmeister von 2014 Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Am Ende wurde eine 1:2-Niederlage gegen eine tschechische B-Elf errumpelt, Völler trat zurück. Ja, damals sind Trainer noch zurück getreten und haben Verantwortung für die Leistung ihrer Mannschaft übernommen.

Tschüss, Trainer: Oliver Kahn und Rudi Völler nach dem EM-Vorrunden-Aus 2004.
Jetzt übernimmt Völler Verantwortung, weil die Nationalmannschaft es unter Hansi Flick nicht mehr geschafft hat, Fußball zu spielen. Eine Gruppe voller Hochbegabter und Leistungsträger in ihren Vereinen, die im Trikot der Nationalmannschaft nichts mehr auf die Kette bekommen hat. Und deren Innenleben bei der Wüsten-WM in Katar nun durch eine Amazon-Doku nach Außen getragen wird. Kurz-Diagnose: Kein Feuer. Kein Wille. Keine Einheit.
Völler stand am Sonntag mit der Mannschaft auf dem Trainingsplatz, sprach zu den Fans. Da war Flick noch im Amt. Zugegeben: In 19 Jahren ist der Fußball ein anderer geworden und Völler … wobei, nein. Völler sieht eigentlich aus wie früher. Also fast. Die leicht lockige und schlohweiße Mähne ist Tante Käthe erhalten geblieben, der Schnurri wurde durch einen Drei-Bis-Sechs-Tage-Bart ersetzt.
Irgendwie ist Völler noch genau der Völler von früher. Der Trainingsanzug steht ihm immer noch besser als das Sakko. Einfache Hauptsätze, klare Worte. Ein alter Hase, der auch weiß, wie der Hase läuft.

„Wir haben uns das alle sicherlich ein bisschen anders vorgestellt“ – Völler am Tag nach der Japan-Blamage, da war Flick noch im Amt.
Ja, 2004 war die Welt eine andere. Roy Makaay wurde Torschützenkönig in der Bundesliga, Völler ignorierte den besten deutschen Torschützen Martin Max hartnäckig (weder bei der WM 2002 noch bei der EM 2004 im Kader), Lucio wechselte für damals unfassbare 12 Millionen Euro von Bayer zu den Bayern – und Werder Bremen holte das Double (in der Liga vor den Bayern, im Pokalfinale gegen Alemannia Aachen). Werder Bremen!
Aber vielleicht braucht der deutsche Fußball 2023 jetzt genau das, was die Nationalmannschaft unter Völler 2002 bis ins Finale von Yokohama getragen hat. Disziplin. Dreckige Erfolge. Und die Überzeugung, dass man im Zweifel besser ist als der Gegner.
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