Der Fußball gehört nicht mehr den Fans, er gehört der Fifa
Ein Beitrag von
Respekt, liebe Fifa: Sieben Jahre, bevor der erste Ball rollt, habe ich schon keine Lust mehr auf die WM 2030.
Und nach den Turnieren in Russland und Katar hätte ich nicht gedacht, dass dieses Gefühl der Bocklosigkeit auf das eigentlich schönste Ereignis der Welt noch einmal steigerbar ist. Gianni Infantino, der Pate der Fifa, verkauft eine Weltmeisterschaft auf drei Kontinenten und in sechs Ländern als „historische Einigung“. Historisch stimmt. Einigung? Welcher Fan hat denn Lust auf ein Turnier, das mehr Gastgeber als Finger an der Hand hat? Spanien, Portugal und Marokko richten den Großteil aus, am Anfang wird auch noch in Uruguay, Argentinien und Paraguay gespielt.

Der mächtige Boss der Fifa Gianni Infantino.
Es ist einerseits ein Alptraum für das Prinzip Fan-Festival: Menschen aus allen Ecken dieser Erde reisen gleichzeitig in EIN Land und sprechen vier Wochen nur noch eine Sprache: Fußball. Beim Sommermärchen 2006 war die größte Distanz zwischen den Stadien die Strecke von München nach Hamburg, knapp 600 Kilometer Luftlinie. Von Montevideo in Uruguay bis Madrid in Spanien sind es exakt 9.941,25 Kilometer, ein Nonstop-Flug dauert 12 Stunden. Da kommt doch Freude auf!
Und das bitterste ist: Mit der Vielflieger-WM der weiten Wege wird am Ende auch nur der Weg für das nächste absurde Sport-Event geebnet. 2034 ist Asien als Ausrichter-Kontinent wieder an der Reihe, betonte Infantino. Warum eigentlich? Achja: Weil 2030 mit Europa, Südamerika und Afrika gleich Kontinente abgehakt werden und Asien/Ozeanien dann wieder an der Reihe ist.

Kinder halten die Flagge der Fifa vor einem WM-Spiel. Der Fußballverband wurde 1904 in Paris gegründet.
Asien also. Australien prüft angeblich eine Bewerbung. Saudi-Arabien ist schon heute maximal gewillt. Die Stückel-Scheich-Monarchie vom Persischen Golf hat in diesem Jahr schon die Weltstars Cristiano Ronaldo, Neymar und Karim Benzema in die saudi-arabische Liga gelockt. Am sportlichen Reiz liegt das nicht, eher an der Vergütung.
Mit Milliarden-Investitionen wie der Ausrichtung einer Weltmeisterschaft wird das Image ähnlich blank aufpoliert wie der WM-Pokal am Finaltag. Menschenrechte rücken da in den Hintergrund. Aber das kennen wir ja schon.
2018 Russland. 2022 Katar. 2026 USA und Kanada, ok, darauf kann man sich freuen. Dann kommt 2030 die absurde 6-Länder-WM. Und dann, ich würde mein erstes BVB-Trikot darauf verwetten, 2034 Saudi-Arabien. 2038 dann Nordkorea? Eigentlich eine logische Entwicklung. Spaß macht das schon lange nicht mehr. Aber vielleicht können Infantino und Co. aufhören, etwas von Völkerverständigung und „globalem Fußballabdruck“ zu faseln, wenn es einfach nur um Geld geht.
Die Botschaft der Fifa lautet: Der Fußball gehört nicht mehr den Fans. Er gehört der Fifa. Man möchte rufen: Dann spielt doch ohne uns! Aber es ist eh egal.
Mehr NIUS: FIFA-Nachfolger: Erzieherisch, realitätsfern und woke!
Mehr NIUS:
WM-Aus vor dem Start: US-Behörden verweigern somalischem Schiedsrichter die Einreise
Nach Schlacht gegen Italiener Cobolli: Alexander Zverev holt seinen ersten Grand Slam!
Sie glauben an Jesus und nicht an den Regenbogen: Wie christliche Spieler den Profi-Fußball aufmischen
Rudi Völler will Fußball ohne Politik: „Wir sind da, um eine Weltmeisterschaft zu spielen”
Dank Harry Kane: FC Bayern besiegt Stuttgart im Pokalfinale mit 3:0
Harald Schmidt über die Fußball-WM: „Ich freue mich schon auf eine politisch verrutschte Aktion der Nationalspieler vor dem ersten Spiel!”
Fußball-Legende Didi Hamann: „Wenn Leute sich zu Migration äußern, werden sie sofort in die rechte Ecke gestellt”
Das Wunder von Elversberg: Ein Dorf will die Bundesliga aufmischen
Mehr NIUS:
Rudi Völler will Fußball ohne Politik: „Wir sind da, um eine Weltmeisterschaft zu spielen”
Dank Harry Kane: FC Bayern besiegt Stuttgart im Pokalfinale mit 3:0
Harald Schmidt über die Fußball-WM: „Ich freue mich schon auf eine politisch verrutschte Aktion der Nationalspieler vor dem ersten Spiel!”
Fußball-Legende Didi Hamann: „Wenn Leute sich zu Migration äußern, werden sie sofort in die rechte Ecke gestellt”
Das Wunder von Elversberg: Ein Dorf will die Bundesliga aufmischen
Bye-Bye-Bayern: Paris zieht nach 1:1 gegen München ins Champions-League-Finale ein
Adidas auf Rekordjagd: 14 Fußball-WM-Teams tragen die drei Streifen
Antonio Rüdiger beschimpft Gegenspieler Stanišić
Willi Haentjes
Artikel teilen
Kommentare