Die Bundesliga geht los und der wichtigste Titel dieses Jahr ist der Leo-Baeck-Preis für Aki Watzke!
Meine Prognose: Alonso wird nach dieser Saison zu Real Madrid wechseln
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Alle waren sich einig: Das Spiel um den Supercup zwischen Bayer 04 Leverkusen und VfB Stuttgart war eine Vorstellung für Fußball-Feinschmecker. Die Beteiligten auf und neben dem Rasen zeigten es mit aller Hingabe und Intensität: Sie wollten diesen Pokal. Sie wollten ihren Briefkopf mit dem Titel „Supercupsieger 2024“ schmücken.
Für den VfB wäre es nach dem Titel 1992 der zweite Erfolg gewesen, für die Leverkusener war es nach dem Double diese Saison das Sahnehäubchen. Entsprechend also der Einsatz auf dem Rasen. Bestens als Anschmecker auf die neue Bundesligasaison geeignet. Doch irgendwie ist in Deutschland gerade der Wurm drin.

Bayer 04 Leverkusen hat den ersten Titel der Saison schon eingefahren. Die Werkself setzte sich im Elfmeterschießen mit 4:3 gegen den VfB Stuttgart durch.
Die Vorfreude wurde gründlich gestört durch ausgerechnet diejenigen, die den Fußball für sich als Alleinvertreter beanspruchen. Die Ultras schafften es, den Bundesligastart zuerst mal aus den Schlagzeilen zu verdrängen.
Ultras nutzten Sommerpause für politische Statements in Dortmund, Mainz und Hoffenheim
In Dortmund erklärte das Fan-Bündnis Südtribüne, dass es den Sponsorendeal des BVB mit Rheinmetall entschieden ablehne. Die Ultras werfen den Verantwortlichen in der Chefetage vor, die „Strahlkraft von Borussia Dortmund dafür einzusetzen, um das öffentliche Ansehen eines Rüstungskonzerns zu verbessern und dabei die eigenen Werte über Bord zu werfen.“ Dabei sind auf der „Süd“ ganz sicher nicht wenige Befürworter von noch mehr Waffen für die Ukraine zu finden. Welch ein Widerspruch in sich.
Sinnvoller wäre es auch gewesen, der BVB-Ikone Aki Watzke zum Leo-Baeck-Preis zu gratulieren. Den bekommt der Macher der Borussen vom Zentralrat der Juden im November überreicht für seinen Kampf gegen Antisemitismus und für eine offene Gesellschaft. Der Preis ist die höchste Auszeichnung des Zentralrats. Aber, die Gehirnwendungen einiger Ultra sind unergründlich.
Im sonst so beschaulichen Mainz forderten jetzt einige Ultras trotz der Einstellung eines Ermittlungsverfahrens gegen den japanischen Nationalspieler Kaishu Sano wegen Vergewaltigung in Tokio eine restlose Aufarbeitung des Vereins. Die Ultras stellen fest, dass die Einstellung des Verfahrens eben nicht mit Unschuld gleichzusetzen sei. Die Diskussion mit dem Verein ist noch nicht abgeschlossen.

Der Mainzer Neuzugang Kaishu Sano konnte sportlich bereits voll überzeugen.
Von Diskussion zwischen Verein und Ultras ist in Hoffenheim schon gar keine Rede mehr. Die Ultras verweigern jeglichen Dialog, ja, sie erklärten in einer Mitteilung dem Verein – so wörtlich – „den Krieg“.
Was geht in solchen Köpfen angesichts des wirklichen Kriegs in der Ukraine oder den Kämpfen im Gaza-Streifen vor? In Hoffenheim geht es um die Entlassung des langjährigen Sport-Geschäftsführers Alexander Rosen und anderer Mitglieder der Geschäftsleitung. Die aktuell Verantwortlichen fürchten sogar einen provozierten Spielabbruch des Heimspielauftakts am Samstag gegen Holstein Kiel durch Aktionen der Ultras im Stadion.
Interessieren sich diese Ultras überhaupt für Fußball?
Für mich stellt sich die Frage: Interessieren sich diese Ultras überhaupt für Fußball? Oder wollen sie die Strahlkraft und die überragende gesellschaftliche Bedeutung dieses wunderbaren Sports für ihre jeweiligen persönlichen Anliegen nutzen? Warum provozieren sie mit den halt nun mal verbotenen Pyroattacken und verursachen damit nicht selten gefährliche Verletzungen Unbeteiligter, aber auch Strafen des DFB gegen „ihre“ Vereine in Millionenhöhe?
Sepp Herberger, der Vater des WM-Triumphs von 1954, dem „Wunder von Bern“, sagte mal auf die Frage, warum die Leute ins Stadion gehen würden: „Weil sie nicht wissen, wie es ausgeht.“ Davon gibt es auch heute Gott sei Dank noch genug.
Und für diese überwältigende Mehrheit wage ich jetzt zum Auftakt der neuen Saison einen Blick in die Glaskugel:
Die Bayern haben verstanden
Auch wenn Fernando Carro, Sprecher der Geschäftsführung von Bayer 04 Leverkusen, vom Kollegen Max Eberl vom FC Bayern München „rein gar nichts hält“, wird der umtriebige und bisweilen unkontrollierte Bayer-Chef dem Münchner Sportvorstand spätestens am 17. Mai 2025 zur Erringung der Deutschen Fußballmeisterschaft gratulieren müssen. Unabhängig davon, ob er was von ihm hält oder nicht. Dann nämlich werden die Bayern die „Salatschüssel“ als vorzeigbaren Beweis dafür in den Händen halten, dass sie allen Vorhersagen zum Trotz eben doch noch fähig und willens sind, die Bundesliga anzuführen. Ok, nicht alle sagen den Bayern eine weitere meisterlose Saison voraus, aber doch überraschend viele.
Was bringt mich zu der Meinung? Die Bayern haben verstanden. Uli Hoeneß formulierte es auf den Punkt: „Bei uns wird wieder gearbeitet.“ Gut gebrüllt, Uli. Es wurde zu viel gequatscht rund um die Säbener Straße. Auch vom Patron selbst.
Deswegen, lasst Max Eberl und den neuen Trainer Vincent Kompany einfach arbeiten, dann kommt auch der Erfolg zurück. Und auch der viel zitierte Bayern-Dusel.

Das neue Bayern-Duo: Sportvorstand Max Eberl und Trainer Vincent Kompany.
Der Dusel scheint sich nämlich in der vergangenen Saison nach Leverkusen verirrt zu haben. Die Werkself war die Mannschaft der letzten Minuten. Unter anderem blieb sie deswegen auch in der Bundesliga ungeschlagen. Nach menschlichem Ermessen wird das nicht so bleiben. Es ist eh schon ein kleines Wunder, dass Trainer Xabi Alonso geblieben ist. Er ist der Vater des Bayer-Erfolgs. An seiner Seite Simon Rolfes, Sportchef und lange Jahre Kapitän in Leverkusen.
Also, Xabi wird sich mit einem zweiten Platz in Richtung Real Madrid verabschieden und Florian Wirtz gleich mitnehmen. Bin gespannt, wie Fernando Carro das dann kommentieren wird.

Leverkusens Trainer Xabi Alonso auf der Pressekonferenz zur neuen Bundesliga-Saison.
Borussia Dortmund bleibt eine Wundertüte
Um die restlichen Plätze an der Geldquelle Champions-League bewerben sich die üblichen Verdächtigen: VfB Stuttgart, RB Leipzig, Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt. Dabei haben die Stuttgarter trotz schmerzender Abgänge die besten Aussichten. Trainer Sebastian Hoeneß kann in einem mittlerweile bereinigten Umfeld arbeiten. Aber bei den Ultras aus der Cannstädter Kurve weiß man nie.
Leipzig konnte Xavi Simons halten. Für Trainer Marco Rose ganz sicher ein Grund weniger, sich Sorgen zu machen. Zudem sollte Xaver Schlager zurückkommen. Von Ultras muss man in Leipzig eher nix befürchten. Denjenigen, die dem Club durch ihre Pyroaktionen geschadet haben, wurden jüngst die Dauerkarten entzogen und teilweise Stadionverbote erteilt. Es geht also, wenn man nur will.
Borussia Dortmund sehe ich ebenso wie Bayer und Bayern als Wundertüte an. Bei den Schwarz-Gelben hat der bisherige Alleinherrscher Aki Watzke eine komplette Rundumerneuerung eingeleitet, die aber auch noch nicht abgeschlossen ist. Er selbst will sich Stück für Stück aus der Verantwortung zurückziehen. Lars Ricken ist nominell der neue starke Mann.
Das ist Max Eberl bei den Bayern auch. Doch da draußen am Tegernsee sitzt ein alter weiser Mann, der den FC Bayern als sein Eigentum betrachtet und deswegen auch so handelt, wenn es ihm angebracht erscheint. Ich fürchte, das Sauerland wird für Lars Ricken und Sebastian Kehl so was wie der Tegernsee für Max Eberl. Was das für Neu-Trainer Nuri Sahin bedeutet, wird sich erst herausstellen, wenn es mal längere Zeit nicht so läuft.
Kiel und Hoffenheim werden gegen den Abstieg kämpfen
Und der Rest? Der spielt um die weniger lukrativen europäischen Verlierer-Cup-Plätze oder direkt gegen den Abstieg. Alle? Ja, alle.
Auch Borussia Mönchengladbach, der VfL Wolfsburg oder der SC Freiburg. Auch der 1. FC Heidenheim oder der FC Augsburg.
Dabei sind die beiden direkten Abstiegsplätze für mich voraussichtlich für Holstein Kiel und die TSG Hoffenheim reserviert.
So, liebe Experten, Fans und Besserwisser: Die Diskussion kann losgehen. Aber Obacht: Ab der neuen Saison ist Meckern beim Schiri verboten. Das darf nur der Kapitän. Und das gilt auch bei NIUS.
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Waldi Hartmann
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