Ungeliebt & zum Siegen verdammt – aber Zverev scheitert deutlich im French-Open-Halbfinale
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Alexander Zverev verpasst das Endspiel bei den French Open und muss weiter auf seinen ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier warten. Der Tennis-Olympiasieger unterlag am Freitag im Halbfinale dem Norweger Casper Ruud deutlich mit 3:6, 4:6, 0:6.
Zverev, Mentalitäts-Monster mit Wut-Anfällen. Ungeliebt und zum Siegen verdammt.
Dass er an diesem Freitag überhaupt um den Einzug ins Finale der French Open spielte, war ein Akt des Willens. Denn ziemlich genau vor einem Jahr war er genau so dicht am ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere wie jetzt.
Dann kam der Schmerz. Halbfinale Roland Garros 2022: Ein Ur-Schrei beendete den Titel-Traum. Frust und Schmerz. Alle drei Außenbänder im rechten Sprunggelenk sind gerissen. Ein falscher Schritt, der ihm nicht nur zur Aufgabe des Turniers zwang, sondern auch noch lange quälen wird. Beinahe ein ganzes Jahr. In diesem Moment des schmerzhaften Scheitern hat sich Zverev in mein Herz gehumpelt. Er hat es nicht erspielt, aber erobert.

Ein Jahr später trennt ihn der Norweger Caspar Ruud vom Finale. Zverev ist versöhnt mit Qualen und dem Frust. Die Chance auf seinen ersten Grand-Slam lässt alles vergessen.
Sein Weg zum Tennis-Star wurde ihm im wortwörtlichsten aller Sinne in die Wiege gelegt. Sowohl sein Vater Aleksander Swerew als auch seine Mutter Irina Swerewa waren Tennisprofis in der Sowjetunion. 1991 zogen sie mit ihrem erstgeborenen Sohn Mischa, der ebenfalls Tennisprofi wurde, nach Hamburg. Von da an wird die Hanse-Stadt ihr neues Zuhause sein, in der auch der jüngste Sohn Alexander Zverev zur Welt kommen wird. Von klein auf vom Vater trainiert und stets vom älteren Bruder gefordert, stellt sich schnell raus, dass „Sascha“ – so nennt ihn seine Familie und seine Freunde – das größte Talent aller Zverevs hat. Ein Talent, das ihm bereits 19 Titel, darunter den Sieg der ATP-Finals und eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio und sogar Platz 2 in der Weltrangliste beschert hat.

Olympisches Gold für Deutschland. Aber geliebt von den Deutschen? Mitnichten. Erfolg ja, Sympathien – schwierig bis gar nicht.
Unvergessen bleibt der Ausraster in Acapulco 2022, als er mit seinem Schläger auf den Stuhl des Schiedsrichters einhämmerte – während der Schiri noch oben drauf saß.

Es war oft die Wut, die Zverev nicht in den Griff bekam, aber auch die Schlagzeilen abseits des Platzes: Trennung von seiner schwangeren Lebensgefährtin, Schreiduelle mit dem Vater, Probleme mit dem Manager – all das wirkte sich auf sein Spiel aus. Zu sehr, um den Sprung auf Platz 1 der Weltrangliste zu schaffen, zu sehr, um einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Hinzu kamen die Verletzungen.
Promi-Beziehung auf Augenhöhe
Die Außenbänder sind verheilt, auch privat ist es ruhig um den Tennisstar geworden. Er wirkt ruhiger und fokussierter – auch erwachsener. Beobachter sagen, seine Freundin Sophia Thomalla habe einen guten Einfluss auf sie. Eine Promi-Beziehung auf Augenhöhe. Er spielt in Paris, sie dreht für RTL in einer anderen Zeitzone. Geblieben ist seine ruhige, kühle Art, die ihn unnahbar macht. Ein Sportler, der sich auf sich konzentriert, dem auch egal ist, ob ihm jetzt die Herzen zufliegen oder nicht. Die Deutschen sind nie warm geworden mit ihrer Nummer eins ihm Tennis. Mit einem Grand-Slam-Sieg könnte sich das ändern.

Doch auch dieses Mal wurde es nichts.
Nach seinem Achtelfinal-Sieg in Paris wurde er auf der Pressekonferenz mit einem Löwen verglichen. Zverev gefiel das offenbar. Seine Antwort: „Ein Löwe schläft 18 Stunden am Tag, hat vier Stunden Sex und isst zwei Stunden. Klingt nicht so schlecht, um ehrlich zu sein.“
33 Jahre (1991 Michael Stich, Wimbledon) warten mittlerweile die Fans auf einen deutschen Grand-Slam-Sieger. Der Löwe muss weiter auf seine Chance lauern …
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