Waldi fordert Flick-Ablösung: „Ran an die Arbeit, Herr Sammer!“
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5,85 Millionen Menschen sahen am Samstagabend, wie sich die deutsche Nationalmannschaft gegen Japan blamierte (Marktanteil: 27,6 Prozent).
Die große Frage am Tag nach der 1:4 Niederlage: War es das letzte Spiel von Bundestrainer Hansi Flick? Oder das vorletzte? Oder darf er die DFB-Auswahl auch noch nach dem Frankreich-Spiel am Dienstag bis zur Heim-EM im kommenden Jahr betreuen?
Im Fokus jetzt: Rudi Völler, seit Februar beim DFB verantwortlicher Direktor für die Nationalmannschaft. Völler wirkte Samstagabend ratlos, vermied ganz offensichtlich ein klares Bekenntnis zu Flick: „Wir sollten uns erst mal sammeln … Danach sollten wir erst mal in uns gehen und überlegen, wie es weitergeht. Mal gucken …“

Völler und Flick beim Pokalfinale in Berlin.
Sportmoderatoren-Legende Waldemar Hartmann kennt Rudi Völler seit Jahrzehnten, das Weißbier-Wut-Interview von Island machte das Duo zum Traumpaar. Waldi schließt am Sonntag im Gespräch mit NIUS einen Radikal-Umbruch beim DFB nicht aus – inklusive Völler-Rücktritt.
Zuletzt habe er Völler so nach dem peinlichen EM-Aus 2004 erlebt, als er nach einer peinlichen Niederlage gegen Tschechiens B-Elf vom Amt des Teamchefs zurücktrat. „Die DFB-Spitze hatte ihn die halbe Nacht im deutschen Quartier bearbeitet, doch Rudi blieb dabei. Er begründete diese konsequente Haltung damals mir gegenüber mit der zwei Jahre später stattfindenden WM 2006 im eigenen Land. Er sah die Notwendigkeit des Rücktritts, um den Weg frei zu machen für einen neuen Mann, frische Ideen, andere Impulse.“

Island 2003, Völlers Wut-Interview mit Waldi: „Ja, einfach die Sache mit dem Tiefpunkt und nochmal ’n Tiefpunkt und noch mal ’nen niedrigeren Tiefpunkt. Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören, muss ich ganz ehrlich sagen.“
Die Lage jetzt ist vergleichbar: Stimmung am Tiefpunkt, Heimturnier vor der Brust, peinliche Klatsche gegen Fußballzwerg. Waldi zu NIUS: „Deswegen schließe ich einen Rücktritt von Rudi nicht aus. Hansi Flick müsste logischerweise ebenso handeln.“
Und dann? „Dann wäre Matthias Sammer dran! Vor einer Woche betonte er zwar, dass er mal gesagt habe, nicht mehr operativ arbeiten zu wollen, aber er wolle auch nicht nur schlau daher reden. Also Matthias, ran an die Arbeit! Als starker Mann, als Teamchef die volle Verantwortung übernehmen.“
Sammer ist aktuell als Berater bei Borussia Dortmund beschäftigt. In Richtung BVB sagt Hartmann: „Aki Watzke hat ohnehin Rudi Völler schon richtig beschädigt, als er das Nachwuchskonzept, das er letztes Jahr mit abgenickt hat, öffentlich zerpflückt, ja lächerlich gemacht hat. Borussia, bitte übernehmen! Es wird Zeit, die Bayern haben keine Zeit, die sind noch mit sich selbst beschäftigt.“

Sammer arbeitet aktuell als Berater für BVB-Boss Aki Watzke.
Waldi fordert Sammer! Der Europameister von 1996, Champions League Sieger von 1997 und jüngster Meistertrainer der Bundesliga-Geschichte (2002 mit Borussia Dortmund), gilt als Mentalitäts-Monster und Klartext-Maschine.
In der Woche vor dem Japan-Spiel sagte Sammer in einem bemerkenswerten Interview mit der SZ: „Ich finde, wir sind in der größten Krise, die der deutsche Fußball in der jüngeren Vergangenheit erlebt hat.“ Und weiter: „Seien wir doch mal ehrlich: Wir liegen am Boden.“ Sowohl auf Club- als auch Verbandsebene sei man vom Anspruch Weltspitze „weit entfernt“.
Völler weg, Flick weg – wie wahrscheinlich ist das Waldi-Szenario? Völler ist erst seit Februar im Amt, ist der neue starke Mann beim DFB. Flick ist nicht seine Personalie, sondern die von Vorgänger Oliver Bierhoff. Dass Völler beim ersten Sturm schon das Schiff verlässt – unwahrscheinlich. Und wer weiß: Vielleicht übernimmt er ja auch selbst das Ruder bis zur EM und coacht die Mannschaft bis zum Turnier, bevor dann sein Wunschtrainer kommt.
Am Dienstag spielt Deutschland gegen Frankreich – bis dahin ist Fußball-Deutschland schlauer.
Auch am Dienstag: Die neue Folge von Waldis Dritter Halbzeit, der Fußball-Show von NIUS!
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