„Faschos im Parlament, baba Widerstand“ – Linken-Abgeordneter Ferat Koçak covert Drogenhandel-Song von „Haftbefehl“
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Elemente der Popkultur im Politikbetrieb zu integrieren, ist für den Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak nicht neu. Erst vergangene Woche postete der Neuköllner auf Social Media ein Rap-Cover des Haftbefehl-Songs „RADW“, in dem er über „Rassisten an der Macht“, „Faschos im Parlament“ und „Baba Widerstand“ singt. Ein fragliches musikalisches Vorbild, denn im Original wird bewaffneter Drogenhandel glorifiziert, ebenso wie Hass gegen die Polizei.
Lokalpatriotisch zeigt sich Ferat Koçak im Neukölln-Shirt, in der Hand hält er das Handy, von dem er den Text seiner Cover-Version ablesen muss. Er rappt: „Wir stehen mit Rücken an der Wand, Rassisten an der Macht, andere spielen das Spiel mit, das ist Gift für Kanak.“ Nicht ganz im Takt und mit Grinsen im Gesicht heißt es bei ihm weiter: „Rücken an der Wand, Faschos im Parlament, Baba-Widerstand, linke Brandmauer hält stand.“
Das Video versah er mit der Zeile: „Haftbefehl ‚RADW‘ als widersetzen gegen die Neuformierung der AfD-Jugend. Bin zwar kein Rapper, aber die Lines kommen aus tiefstem Herzen.“
Musikalisches Vorbild: Rapper Haftbefehl
Dass Koçak als Bundestagsabgeordneter migrantische Begriffe wie „Baba“ (sehr gut) bei seinen öffentlichen Auftritten nutzt oder bei allem rechts der SPD von „Faschos“ spricht, ist nichts Neues. Fraglich ist das musikalische Vorbild, dass er für seine musikalische Neuinterpretation herangezogen hat.
Im Original des Rappers Haftbefehl heißt es: „Ich steh mit Rücken an der Wand, Hand an mei’m Schwanz, andere am Ballermann, ganzer Körper angespannt. Rücken an der Wand, Gift in der Hand, Baba Material, Digga, tick das Kristall.“ Mit „Ballermann“ ist eine Pistole gemeint, beim „Baba Material“ handelt es sich um Kokain – in großen Mengen. „Deal Gramm, Kilo, Tonnen, ich liefer‘ Kokain in Plomben, Ali Hanf aus Niederland“, rappt der gebürtige Offenbacher mit kurdischen Wurzeln.

Der Rapper Haftbefehl provoziert in seinen Texten gern, ist im Gegensatz zu Kocak aber auch kein Bundestagsabgeordneter.
„Sollte ich etwas hören, schieß’ ich gleich, fick die Polizei“
Auch aus seinem Verhältnis zur Staatsmacht macht Haftbefehl keinen Hehl und singt: „Sollte ich etwas hören, schieß’ ich gleich, fick die Polizei. Siebzig Gramm Kokain liegen auf dem Spiegeltisch.“
Koçak nutzte die Gunst der Stunde für seine Interpretation des drogen- und gewaltverherrlichenden Haftbefehl-Titels. Der Offenbacher Rapper ist durch die jüngste Veröffentlichung seiner Netflix-Doku „Babo – die Haftbefehl-Story“ nämlich in aller Munde. Darin geht es um das Leben des Rap-Stars und dessen außer Kontrolle geratenen Kokain-Konsum. Die harten Szenen lösten vor allem bei jungen Menschen einen Hype um Aykut Anhan aus, wie Haftbefehl mit bürgerlichem Namen heißt. Vermutlich wollte Koçak auch selbst davon profitieren. Auch wenn das Endresultat um ihn selbst keinen Hype auslöste.
Mittlerweile hat Koçak das Video sogar wieder von seinen Kanälen entfernt. Ob er sich für sein fehlendes Taktgefühl schämte, oder doch nur den nächsten Shitstorm um seine Person verhindern wollte, ist dabei allerdings nicht klar.
Es ist nicht der erste Rap-Aufreger von Koçak
Denn: Es ist nicht das erste Mal, dass Koçak sich rappend zeigt und sich bei fragwürdigen musikalischen Vorbildern bedient. Bereits im Sommer zeigte er sich vor dem Reichstag und imitierte Passagen des Songs „Rot“ vom linksradikalen Rapper Dahabflex. Darin heißt es unter anderem:
„Aus ’ner Gorbatschow wird ’ne Molotow, ausm Bullenauto ein Haufen Schrott. Bullenschweine raus aus unsrer Gegend, hier herrscht Anarchie, spuck’ auf eure Regeln. Siamo tutti antifascisti.“
Der Song enthält ebenso einen Aufruf zur linken Revolution: „Da-Da-Dahabflex kommt wie Mao und Stalin. Kūrdistān, her bijî, hau den Nazi, alles zusammen auf den Barrikaden – Widerstand, hisst die roten Fahnen.“ Kurz nach der Veröffentlichung wurde Kritik laut, die dem Neuköllner vorwarf, mit dem Video zum Umsturz anzustacheln. FDP-Politikerin Linda Teuteberg sprach vom „Schadenspotential für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung“, CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Spahn sah darin ein „Beispiel für den linken Extremismus, der in den Reihen der Linken-Fraktion im Bundestag wie selbstverständlich Platz genommen hat.“
Nach dem Revolutionsaufruf nun also das Cover eines drogen- und gewaltverherrlichenden Gangsterrap-Songs. Dass Koçak sich durch die Löschung von den Inhalten distanzieren möchte, ist unwahrscheinlich. Vermutlich war die Neuinterpretation einfach zu peinlich.
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