WDR sieht Diskrimierung: Otto-Filme nur noch mit Warnhinweis
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Otto Waalkes gehört zu den bekanntesten, lustigsten und dabei inklusivsten Deutschen. Der inzwischen 75-Jährige hat es wie kein Zweiter geschafft, Comedy und Unterhaltung für jeden – vom Enkel bis zum Urgroßvater – zu machen. Für den WDR sind seine Witze und Sketche aber nur noch mit einem Warnhinweis zu genießen. Zu groß die Gefahr, von Ottos Witzen könnten sich Menschen diskriminiert fühlen.
„Das folgende Programm wird als Bestandteil der Fernsehgeschichte in seiner ursprünglichen Form gezeigt. Es enthält Passagen, die heute als diskriminierend betrachtet werden“, erklärt eine strenge Frauen-Stimme in der WDR-Mediathek, bevor etwa die „Otto Show“ aus dem Jahr 1973 beginnt.

Der Warnhinweis bei Otto-Shows in der WDR-Mediathek.
Seit Jahren wird über das Werk Ottos in Verbindung mit Rassismusvorwürfen gestritten, unter anderem über den 1985 erschienenen „Otto – der Film“.
In einer Szene trifft Otto in Hamburg auf einen schwarzen Soldaten der US-Army und spricht ihn mit „Du Neger“ an. Nicht aggressiv, sondern in einer liebenswert-naiven ostfriesischen Art.
Der Soldat kann ihm nicht folgen, antwortet fragend: „Hä?“. Otto antwortet: „Weißt schon: schwarzer Kopf, schwarzer Bauch, schwarze Füß“. Der Soldat ist noch immer perplex: „Hä?“ Otto zieht seine Socken aus, zeigt dem Soldaten seine dreckigen Füße – der Dunkelhäutige, von Erkenntnis beseelt, erwidert in Richtung Otto: „Ahh, schwarze Füß, du Neger“.

Otto trifft auf einen schwarzen Soldaten, gespielt von Schauspieler Günther Kaufmann.
Wegen solcher, so offensichtlich harmloser und nicht beleidigender Szenen wurde darüber gestritten, Otto-Filme gar nicht mehr zu zeigen. Der WDR hat sich nun dafür entschieden, sie wenigstens als möglicherweise diskriminierend einzuordnen.
Eine kurzfristige NIUS-Anfrage an den WDR, wie lange es diese Hinweise schon gibt und was die Beweggründe des Senders sind, blieb bisher unbeantwortet. Eine Antwort wird ergänzt, sobald diese vorliegt.
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Julius Böhm
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