Ruhe in Frieden, Indiana Jones! Der berühmteste Archäologe der Welt geht in Rente
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Harrison Ford kam ohne Peitsche und Hut. Brauchte er aber auch gar nicht. Die meisten Fans, die ohne Ticket, aber mit der Hoffnung, einen Blick auf ihren Indi werfen zu können, hatten die Kult-Insignien am Mann.
Der fünfte Teil von Indiana Jones kommt am Donnerstag in die Kinos und feierte Deutschland-Premiere im Berliner Zoo-Palast. NIUS war mit im Saal! Draußen roter Teppich mit 200 Fans, drinnen Standing Ovations für die Stars. Doch die Vorstellung begann mit einer Enttäuschung.

Harrison Ford, mittlerweile 80 Jahre alt, bestätigte Moderator Steven Gätjen noch einmal, wovor alle ein wenig Angst hatten: ja, er legt den Hut endgültig ab. „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ ist wirklich der allerallerletzte Teil.

Vor seinem Ruhestand wird er aber noch einmal vom Publikum gefeiert. Von der Leinwand aus ruft Ford dem Publikum zu: „Ich bin ein Berliner!“. Der Saal tobt. Kenner wissen: In „Der letzte Kreuzzug“ bretterte Jones mit seinem Vater auf dem Motorrad nach Berlin. Zumindest im Film. Gedreht wurden die Szenen woanders …
Danach bricht Fords Stimme etwas und er sagt sichtlich gerührt: „Das alles hier machen wir für euch. Wir arbeiten für euch. Wir schätzen euch. Danke!“ Dann deutet er in Richtung des Publikums, verneigt sich, streckt das Mikrofon hoch und lässt es fallen. Mic Drop. Vorhang auf.
Ein letztes Wiedersehen mit Indiana Jones. Und als Fan muss ich sagen, Indy hat einiges gut zu machen. Der letzte Film, „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, war eine herbe Enttäuschung.
In „Rad des Schicksals“ setzen die Macher auf Altbewährtes: Indiana Jones im Kampf gegen die Nazis. Dieses Mal ist es ein Professor (gespielt von Mads Mikkelsen), der mit Hilfe eines Artefakts in der Zeit zurückreisen möchte, um Hitler zu beseitigen und die Nazis in eine glorreichere Zukunft zu führen. Der Führer hatte zu viele Fehler begangen.
Es folgen Verfolgungsjagden durch marokkanische Gassen, Faustschläge, Peitschenhiebe, Tempel mit Fallen und die gewohnte Prise Humor.
Der Film reicht den Fans zum Abschied noch einmal dankend die Hand. Er schenkt ihnen ein Wiedersehen mit vielen liebgewonnen Charakteren und spielt auf gemeinsame Erinnerung vorheriger Abenteuer an. Man merkt: dieser Film versucht nicht, der beste Indiana Jones aller Zeiten zu werden oder neue Zuschauer anzusprechen.
Er will sich einfach noch einmal würdevoll verabschieden. Das ist ihm gelungen. Als Fan bin ich versöhnt – und Indy darf mit seinen stolzen 80 Jahren in den Ruhestand. Ruhe in Frieden, Indiana!
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