Schlacht um Rammstein: Durch die Vorwürfe ist die Band so erfolgreich wie nie
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Im Fall Rammstein geht es in diesen Tagen oft um die Suche nach der Wahrheit. Wer kann wem glauben, welche Wahrheit ist eigentlich verwertbar, welche dieser Wahrheiten hat eigentlich einen Platz in der Öffentlichkeit und welche ist Privatsache?
Hier ist eine Wahrheit: Seitdem die Schlacht um Rammstein tobt, ist die Band so erfolgreich wie nie.
Die Berichte, Till Lindemann hätte vor, während und nach Konzerten der Band über Jahre Sex mit Frauen gehabt, die – teils anonym, teils mit Klarnamen – schwere Vorwürfe gegen den Frontmann äußern, hat die Fans zu einem regelrechten Run auf das Rammstein-Werk motiviert.
Die ehrlichste Währung im Musik-Business sind immer noch die Charts, die vom Nürnberger Marktforschungs-Institut „GfK“ erhoben werden. Und das Institut sagt:
- Rammstein ist mit sechs Alben in den Charts, keine Band ist öfter vertreten. Insgesamt hat die Band acht Studioalben.
- Das neueste Album „Zeit“ landet auf Platz 10 (Vorwoche: Platz 29), Vorgänger „Rammstein“ steigt von Platz 52 auf 20, das 2001 erschienene Album „Mutter“ rangiert auf 25 (Vorwoche: 61).
- Drei weitere alte Alben melden sich aus der Versenkung zurück in den Charts: “Reise, Reise”, “Liebe ist für alle da” und Rammsteins Debüt-Album “Herzeleid”
- Der Kult-Song „Sonne“ feiert auf Platz 69 sein Comeback in den Single-Charts.

Während Medien die Band also im überwältigen Teil in Kommentaren vernichten und Politiker ein Verbot der der so genannten „Row Zero“ debattieren, reagieren die Fans mit Treue und Kaufkraft.
Ironie der Geschichte: Rammsteins Plattenlabel „Universal Music“ profitiert massiv von dem Chart-Boom und fordert gleichzeitig „eine vollumfängliche Aufklärung der Anschuldigungen, auch durch die Behörden“, bis dahin seien Marketing- und Promotion-Aktivitäten ausgesetzt. Heißt im Klartext: Universal Music distanziert sich von der Band, steckt keinen Cent mehr in Werbung – und dennoch klingelt die Kasse.
Seit einem Rammstein-Konzert vor mehreren Wochen in Vilnius (Estland) berichten Frauen von einem System, mit dessen Hilfe Till Lindemann junge Frauen für sexuelle Handlungen zugeführt worden sein sollen. Der härteste, weiterhin unbelegte Vorwurf, ist der heimliche Einsatz von K.O.-Tropfen, um die Frauen gefügig zu machen. Rammstein dementiert die Vorwürfe und wehrt sich juristisch.

Während die Stadien-Tournee der Band weiter begeistert besucht wird (240.000 Fans bei 4 Juni-Konzerten in München), formiert sich international eine Solidarisierungs-Welle für die Frauen, die die Vorwürfe erheben: Eine Spenden-Aktion der staatlich geförderten Antonio Amadeo Stiftung hatte in wenigen 700.000 Euro eingebracht, um die Anwalts- und möglichen Prozess-Kosten zu decken, die auf die Frauen zukommt.
Die Schlacht um Rammstein, sie mobilisiert beide Lager. Und macht die Band erfolgreicher als je zuvor …
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Rob Szymoniak
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