„Sound of Freedom“: Der erfolgreiche Film, den keiner wollte
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- Ein Film von 2018 (!) stürmte in der letzten Woche die Charts der US-Kinos.
- Er gilt mindestens als „rechts“, wenn nicht Verschwörungstheorien bedienend.
- Und er ist gut, wenn auch aus der Zeit gefallen.
„Sound of Freedom“ ist ein Film, der schon 2018 gedreht wurde. Sein Thema ist nicht unwichtig: die Entführung und spätere sexuelle Misshandlung kleiner Kinder. Sein Genre liegt im Bereich Thriller/Action. Und er basiert auf einer wahren Geschichte.

Was war damals das Problem?
Der Film zeigt uns harte Realitäten, die dummerweise sehr nahe an Verschwörungstheorien auf der ultrarechten Seite der US-Wählerschaft lagen und liegen. Und das auch sehr eindringlich. Und deshalb musste der von 20th Century Fox kommissionierte Film nach er Übernahme von Disney in den Giftschrank.

Denn er war zu „rechts“.
Nun gehen wir mal auf den Film selbst ein. Jim Caviezel spielt einen US-Agenten, der im Auftrag seiner Regierung dagegen angeht, die Entführung von Kindern zu sexuellen Zwecken zu unterbinden. Die Täter stellt er meist, die Kinder findet er selten. Sie sind sowohl Kollateralschäden, als auch Beweismittel und daher nicht mehr auffindbar. All dies wird uns unerträglich nahegebracht – insbesondere die Hilflosigkeit des Staatsbeamten Caviezel, der erst seinen Job kündigen muss, um wirklich hart gegen die Täter vorzugehen. Der Film ist gut produziert, gut besetzt und spannend inszeniert.
Wo also liegt das Problem heute?
Im Erfolg eines durchweg guten Films, der auch durchaus an Erfolge des Kinos der 80er Jahre erinnert, wo Rambo noch gern gegen die Russen kämpfen dürfte, Chuck Norris US-Gefangene aus Vietnam befreite und wirkliche Gerechtigkeit auf der öffentlichen Wunschliste noch weit über dem Klimawandel stand.
Und an einer Art von Sippenhaft. Jim Caviezel bekannte sich nach seiner Rolle als Jesus Christus so sehr zum Christentum, dass er seitdem fast nur in (durchaus erfolgreichen) christlichen Filmen spielte. Der Verleih ist unabhängig – hat aber ein Programm erfunden, bei dem man Kinokarten für Minderbemittelte kaufen kann, die sich dann um diese bewerben.

Ja, der Erfolg war (recht clever) hausgemacht. Am ersten Tag. Danach wurde der Film zum Selbstläufer. Und zu einem wirklichen Phänomen. Denn selbst die bereinigten Zahlen zeigen, dass der Film nicht nur Publikum anzieht, sondern auch, dass er auch gefällt.
Und nun noch einmal zum Film zurück.
„Sound of Freedom“ ist kein Meisterwerk, aber spannendes Kino, das ohne Weiteres in dasselbe gehört. Dies war im angenommenen Verleihjahr 2019 wohl nicht opportun. Und jetzt erst recht nicht.
Selbst Owen Glieberman schrieb in dem renommierten Branchenblatt Variety, dass der film solide gemacht und verstörend sei. Und das meinte er positiv.
Und sein Erfolg in den USA zeigt uns, dass man sehr wohl anderer Meinung sein kann, als der mediale Mainstream. Und dass sich dies sehr gut an der Kinokasse auszahlen kann. Dies allein ist ein Meilenstein. Und einer, der es zumindest am 4. Juli, geschafft hat, den neuen Indiana Jones vom erst Platz der Charts zu kippen. Der ausgerechnet aus dem Studio kam, das „Sound of Freedom“ nach Berichten in den Giftschrank gepackt hat.
Dummer Fehler!
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Karsten Kastelan
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