Aldi und Lidl gegen Baumärkte: Krieg der Bohrmaschinen
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Wenn Arnold Schwarzenegger eingreift, dann kracht es. So auch in diesen Wochen.
Voller Bewunderung sagt er im TV-Spot: „Wow, was für eine Power!“ Er lobt einen Hobbyheimwerker in Sportkleidung, der gerade mit einer Bohrmaschine hantiert und in seiner Garage einen Kraftraum einrichtet. Der kalifornische Ex-Gouverneur und Ex-Bodybuilder ist Markenbotschafter von Parkside, einer Eigenmarke von Lidl. In diesen und ähnlichen Spots (oft zusammen mit dem Schauspieler Ralf Moeller) wiederholt er seine Botschaft. Und die lautet: „Du packst das!“
Diese Werbekampagne, die zurzeit Millionen TV-Zuschauer sehen können, hat einen spannenden wirtschaftlichen Hintergrund: Fachleute nennen ihn Krieg der Bohrmaschinen. Es geht um den hart umkämpften Markt beim Heimwerkerbedarf. Lidl sagt: „Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen und Menschen inspirieren, ihre Do-it-Yourself-Projekte (DIY, die Red.) selbst in die Hand zu nehmen. Die beiden Markenbotschafter Arnold Schwarzenegger und Ralf Moeller verkörpern Stärke, Ausdauer und den Glauben daran, dass man mit harter Arbeit Großes erreichen kann.“

Im Film „Predator“ (1987) bediente Arnold Schwarzenegger noch Maschinengewehre statt Bohrmaschinen.
Rasenmäher, Bohrer, Hochdruckreiniger – alles unter einem Lidl-Dach
„Tatsächlich lässt sich dieser Satz auch auf die Marke übertragen“, schreibt die Welt. Was in den 1990er-Jahren als billige Eigenmarke der Schwarz-Gruppe für Lidl und Kaufland gestartet wurde, ist heute das meistgekaufte DIY-Angebot in ganz Europa, heißt es dazu von Lidl. Das Sortiment reicht von Elektrowerkzeugen über Gartengeräte und Malerbedarf bis hin zu Rasenmähern, Hochdruckreinigern und eben Bohrern. Damit greifen Lidl und Kaufland die Baumarkt-Branche gezielt und frontal an. „Es wird in unserem Sortiment gewildert“, sagt Peter Wüst, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Heimwerker Bauen Garten (BHB).
Lidl ist dabei nicht alleine: Auch Aldi oder Discounter wie Action drängen seit einiger Zeit verstärkt in den Heimwerkerbereich und gewinnen mit saisonalen Artikeln Umsatz und Marktanteile. Das zeigen die aktuellen Branchenzahlen. Danach liegen die Baumärkte bereits im dritten Jahr hintereinander im Minus. 2025 sanken die Erlöse in Deutschland um 1,6 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro. In Segmenten wie Werkzeugen oder Gartengeräten liegt das Minus sogar bei jeweils vier Prozent.
Als Folge der schlechten Zahlen gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Baumärkte weiter abnehmen wird. Aktuell gibt es bei uns noch 2004 Baumärkte mit mehr als 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Vor zehn Jahren waren es noch 2.132. Sicher ist: Der Lebensmittelhandel wird sich nicht so schnell aus dem Heimwerker-Geschäft zurückziehen. Mit oder ohne Arnold Schwarzenegger.
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