Bahn bummelig wie nie zuvor: Jeder zweite Zug kommt zu spät!
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Sie sollte das Aushänge-Schild des nachhaltigen EM-Deutschlands sein, ist aber noch unzuverlässiger als sonst schon und macht das Wetter dafür verantwortlich.
Jeder zweite Fernzug der Bahn ist im EM-Monat Juni zu spät angekommen – nur 52,5 Prozent aller ICE und IC waren pünktlich, wie Bild berichtet.
„Unser Bahnsystem ist marode, die Infrastruktur wurde jahrzehntelang auf Verschleiß gefahren und es wurde zu wenig Geld in das System Bahn investiert. Auch die Personalsituation ist absolut unbefriedigend“, zitiert die Zeitung Detlef Neuß, den Bundesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN.
Zum Vergleich: Im Januar lag die Pünktlichkeits-Quote noch bei (ebenfalls unrühmlichen) 63 Prozent, im März bei 68 Prozent. 2020 – inmitten der Coronakrise – waren noch vier von fünf Zügen pünktlich.

EM-Direktor Philipp Lahm
Dass beinahe jeder zweite Zug während der EM zu spät kam, bekommen auch Fans und EM-Verantwortliche zu spüren: Die Fans von Österreich kamen etwas zu spät zu einem Vorrundenspiel. EM-Direktor Philipp Lahm verpasst gar eine ganze Halbzeit und kritisierte die Bahn hinterher.
Die Bahn gab auf Nachfrage der Zeitung an, „die Extremwetterlage in der ersten Juni-Hälfte“ habe der Bahn „einen massiven Pünktlichkeits-Dämpfer“ beschert. Bemerkenswert, nachdem die Deutsche Bundesbahn in den 60er Jahren noch mit dem Slogan „Alle reden vom Wetter. Wir nicht.“ für Furore gesorgt hatte. Heute nennt die Bahn das Wetter als Grund für ihre Katastrophenwerte bei der Pünktlichkeit.
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