Beben am Finanzmarkt: Immobilien-Riese Evergrande aus China stellt Insolvenzantrag
N/A
Ein Beitrag von
Kein Immobilienkonzern auf der Welt hat mehr Schulden als die Evergrande Group aus China – mehr 300 Milliarden US-Dollar. Jetzt beantragt das Unternehmen Insolvenzschutz in den USA. Warum?
Der Immobilienriese Evergrande Group hat am Freitag vor einem Gericht in New York Insolvenz nach Kapitel 15 angemeldet. Der Schachzug schützt das Unternehmen vor Klagen von Gläubigern in den USA, während es an einer Umstrukturierung des Konzerns in Übersee arbeiten kann.
Die Evergrande Group ist mit Schulden von über 300 Milliarden US-Dollar der am höchsten verschuldete Immobilienkonzern der Welt. Allein in den vergangenen zwei Jahren machte das Unternehmen unglaubliche 80 Milliarden US-Dollar Verlust.
Der chinesische Staat rettete vor Jahren den Konzern

Schild der Evergrande-Group
Schon 2021 löste die Zahlungsunfähigkeit von Evergrande eine größere Krise auf dem chinesischen Immobilienmarkt aus, die Hausbesitzer und das Finanzsystem des Landes massiv beeinträchtigte. Der Staat sprang ein und rettete den Konzern. Vor einer angekündigten Neustrukturierung ist allesdings nicht viel übrig geblieben. Zahlreiche Bauruinen im ganzen Land zeugen vom Niedergang des einstigen Vorzeigeunternehmens.
Nachdem Evergrande seine Insolvenz-Unterlagen in den USA eingereicht hat, könnte der chinesische Immobilienriese Country Garden, derzeit mit rund 200 Milliarden US-Dollar verschuldet, der nächste Kandidat werden. Eine massive Immobilienkrise unter Beteiligung chinesischer Schattenbanken hätte wohl weltweit Folgen. Der Immobiliensektor macht rund 25 bis 30 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts aus.
Kritik am Geschäftsmodell
Die China Evergrande Groupe ist gemessen an ihrem Umsatz der zweitgrößte Immobilienkonzern Chinas und einer von nur fünf chinesischen Bau-Riesen. Evergrande beschäftigt rund 200.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen besitzt derzeit rund 45,8 Millionen Quadratmeter Land und Immobilienprojekte in 22 chinesischen Städten. Mittlerweile ist der Konzern auch in anderen Gebieten aktiv, darunter Solartechnologie, Schweinezucht, Landwirtschaft oder Babynahrung.
Am Geschäftsmodell von Evergrande kam in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik auf: Der Konzern kauft häufig Grundstücke in den großen urbanen Zentren Chinas, baut dort Immobilien und lässt sie oftmals leerstehen. Bei einer Wertsteigerung werden diese dann wieder verkauft. In der Regel wird durch den Verkauf der fertigen Immobilien der Erwerb neuer Grundstücke finanziert. Durch den Einbruch der Nachfrage von Immobilien in China in Corona-Zeiten geriert der Konzern somit zwangsläufig in Schwierigkeiten.
Mehr NIUS:
Stahl-Boss rechnet mit Klimapolitik ab: „Wir sind Opfer eines politischen Anschlags“
Nach Auto, Stahl und Energie streichen auch Pharma-Konzerne Investitionen in Deutschland
Wirtschaftsrat-Boss: „Ohne Kettensäge taumelt Deutschland in den Abgrund – und mit Kettensäge ebenso“
Amerika baut die KI-Zukunft mit Vollgas
SPD stellt sich hinter DGB-Steuerkonzept: Gesamtmetall stellt Zusammenarbeit mit dem DGB infrage
Europa-Chef des neuen E-Autos Chery: „Wir Chinesen führen die globale Autoindustrie an“
Kettensägen-Boss Stihl: „Merz schickt uns mit Bleiweste zum Schwimmen“
Reform-Kommission: Jetzt soll die „atmende Schuldenbremse“ Deutschland vor dem Absturz retten
Mehr NIUS:
Amerika baut die KI-Zukunft mit Vollgas
SPD stellt sich hinter DGB-Steuerkonzept: Gesamtmetall stellt Zusammenarbeit mit dem DGB infrage
Europa-Chef des neuen E-Autos Chery: „Wir Chinesen führen die globale Autoindustrie an“
Kettensägen-Boss Stihl: „Merz schickt uns mit Bleiweste zum Schwimmen“
Reform-Kommission: Jetzt soll die „atmende Schuldenbremse“ Deutschland vor dem Absturz retten
Nur noch 6 Prozent optimistisch: Absturz-Wirtschaft jetzt Sorge Nummer eins, dicht gefolgt von Migration
DIHK warnt vor nächster Gefahr für die Wirtschaft: Energiedeckel gefährdet Millionen Jobs
Arla übernimmt größte deutsche Molkerei: Milram wird dänisch
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare