Börsencrash in Fern-Ost: Weltweite Verluste am Aktienmarkt
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In Japan ist der Börsen-Index Nikkei 225 in den letzten zwei Tagen um über 18 Prozent abgestürzt und hat weltweite Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems ausgelöst. Hintergrund ist ein höchst spekulatives Währungsgeschäft, das nun rapide aufgelöst wird und weltweite Spannungen erzeugt.
Nachdem die japanische Zentralbank in der letzten Woche die Zinsen erhöhte und damit die finanziellen Bedingungen verschärfte, verlor der japanische Leitindex massiv an Wert. Es waren die höchsten Verluste am japanischen Aktienmarkt seit dem Börsen-Crash 1989.

Der japanische Nikkei-Index verzeichnete im Juli noch Rekordhöhen und erlebte heute den schlimmsten Absturz seit 1987.
Spekulative Wetten implodieren
Finanzinvestoren und Spekulanten haben in den letzten zwei Jahren enorm viel Geld dadurch verdient, sich in japanischen Yen zu verschulden und das Geld in den USA zu investieren. Das Zinsniveau in Japan war bis vor wenigen Monaten noch negativ, während sowohl in den USA als auch in Europa die Zinsen stark angehoben wurden.
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Das führte dazu, dass den hohen Zinseinnahmen oder Renditen aus Aktienkäufen kaum Zinskosten gegenüber standen. Dazu kam dann noch, dass durch den Währungstausch von Yen in US-Dollar der Yen immer mehr an Wert verloren hat. Der Yen verlor in den letzten Jahren um bis zu 60 Prozent seines Wertes gegenüber dem US-Dollar.
Die Schulden der Spekulanten und Investoren verloren also an Wert gegenüber den gekauften Wertpapieren. Ein perfektes Geschäft – bis nun der Yen wieder an Wert gewonnen hat, weil die Bank of Japan begonnen hat, ihre Geldpolitik zu ändern.
Auflösung der Währungswetten
Die Erhöhung der Zinsen in Japan führt jetzt dazu, dass die Zinskosten für die Investoren und Spekulanten steigen. Ebenso sinken die Zinsniveaus in den USA seit Monaten. Die Erträge aus dem Währungsgeschäft sind zwar weiterhin vorhanden, aber sie werden kleiner. Doch zum eigentlichen Problem wird die Erholung des Yen. Der Yen gewann in den letzten 2 Wochen stark an Wert gegenüber dem US-Dollar.
Nun verlieren die gekauften Wertpapiere – relativ zu den Schulden der Investoren und Spekulanten – an Wert. Das führt dazu, dass begonen wird, die Währungswette aufzulösen. Die Rückabwicklung der Währungswette führt wiederum dazu, dass der Yen zusätzlich an Wert gewinnt. Eine Kettenreaktion wird dadurch ausgelöst und der Effekt verstärkt sich.
Angstindex auf Finanzkrisen-Niveau
Der sogenannte Angstindex VIX, der die eingepreiste Volatilität von Derivaten am Kapitalmarkt misst, ist heute auf dem höchsten Stand seit dem COVID-Crash gestiegen. Seit seiner Auflegung war er nur im COVID-Crash und während der Weltfinanzkrise 2008 bis 2009 höher.

Blick in die Frankfurter Börse, der Deutsche Aktienindex (DAX) brach am 5. August dramatisch ein.
Der Technologie-Index NASDAQ verlor in den USA mehr als 4 Prozent bei Börseneröffnung. Der Dow Jones verlor mehr als 1000 Punkte, und auch der deutsche DAX verlor mehr als 3 Prozent.
Börsen-Crashs sind historisch oft mit Zinserhöhungen verbunden
Der Blick in die Geschichte der Kapitalmärkte zeigt auf, dass Börsen-Crash oftmals in Verbindung mit massiver Spekulation und Zinserhöhungen durch die Zentralbanken, die die Spekulationen dann verteuerten, standen. Das bekannteste Beispiel ist die Weltfinanzkrise 1929.
Das komplette Ausmaß der Auflösung dieser Währungsspekulationen auf die Kapitalmärkte gilt es abzuwarten. Die Gefahr, dass Finanzinstitute und Schattenbanken nun Probleme bekommen, steigt indes stark an.
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