Bund steigt für 3,3 Milliarden Euro beim Stromnetzbetreiber Tennet ein
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Der Bund beteiligt sich mit 3,3 Milliarden Euro am größten deutschen Stromnetzbetreiber. Wie der niederländische Staatskonzern Tennet am Dienstag in Amsterdam mitteilte, übernimmt der deutsche Staat 25,1 Prozent an der Deutschland-Tochter des Unternehmens und sichert sich damit eine Minderheitsbeteiligung.
Tennet betreibt hierzulande rund 14.000 Kilometer Stromleitungen und ist damit der größte der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Eine Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums lag zunächst nicht vor.
Mit dem Einstieg verfolgt die Bundesregierung das Ziel, ihren Einfluss auf die kritische Energieinfrastruktur auszubauen und zugleich die Finanzierung des dringend notwendigen Netzausbaus zu stabilisieren. Abgewickelt wird der Erwerb über die staatliche Förderbank KfW, die bereits Anteile an den Netzbetreibern TransnetBW und 50Hertz hält.
Erforderliche Mittel bereits bewilligt
Bereits vor rund zweieinhalb Wochen hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages die erforderlichen Mittel bewilligt und damit grünes Licht für die Beteiligung gegeben. Nach früheren Angaben aus Regierungskreisen soll der Bundeshaushalt durch die Konstruktion über die KfW lediglich mit Refinanzierungs- und Verwaltungskosten im niedrigen dreistelligen Millionenbereich belastet werden.

März 2025: Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt beim Spatenstich für das neue Umspannwerk des Netzbetreibers Tennet.
Der Einstieg verschafft dem Bund weitreichende Mitspracherechte. In einer früheren Vorlage der Bundesregierung war von starken Einflussmöglichkeiten die Rede, darunter Vetorechte bei der Geschäftsplanung sowie bei Personalentscheidungen in der Unternehmensführung. Bislang befand sich Tennet Deutschland vollständig im Besitz des niederländischen Staates, der sich aus dem Ausbau des deutschen Stromnetzes zurückziehen möchte.
Zuvor waren ähnliche Beteiligungspläne des Bundes vor allem an haushaltspolitischen Fragen gescheitert. Neue Bewegung kam in das Verfahren, nachdem die niederländische Regierung im September dem Verkauf von 46 Prozent der Tennet-Deutschland-Anteile an ein Investorenkonsortium zugestimmt hatte. Die Tennet Holding will weitere 28,9 Prozent behalten, um weiterhin Einfluss auf zentrale Entscheidungen zu nehmen.
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