Chefin des Jungen Wirtschaftsrats über Arbeitsmoral: „Der Staat krankt an eigenen Vollkasko-Ideen“
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Die einen sprechen von Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche, die anderen beschweren sich über mangelnde Arbeitsmoral und unbesetzte Stellen. Beim Thema Arbeit und dem Umgang mit kommenden Herausforderungen könnten die Meinungen nicht weiter auseinander gehen.
Caroline Bosbach ist Vorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats und beobachtet die Debatte seit Längerem. Für sie ist klar: „Der Staat krankt an seinen eigenen Vollkasko-Ideen, die er den Bürgern entgegenbringt“. Früher sei man stolz gewesen, seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, weil man hart dafür gearbeitet habe. „Wir haben einen Staat, der ist nicht nur sehr fürsorglich, sondern auch sehr bevormundend“, so Bosbach im Nachrichten-Talk „Stimmt!“. „Die individuelle Leistungsbereitschaft wird im Kern erstickt“.
„Arbeit muss wieder honoriert werden“
Das sei betrüblich, denn aktuell gebe es zwei Millionen offene Arbeitsstellen. Gleichzeitig erhalten etwa fünf Millionen Menschen Bürgergeld. „Und von denen finden wir keinen, der hier nicht arbeiten kann? Ich kann es mir nicht vorstellen“, so Bosbach. „Ich finde es einfach nur aberwitzig, wenn es heißt, in den nächsten zehn Jahren sollen nochmal 6 Millionen Arbeitsmigranten aus dem Ausland geholt werden. Haben wir hier nicht genug?“ Zumal sich ein Großteil der offenen Stellen an Ungelernte richte, zum Beispiel in der Gastronomie, Sicherheit oder Reinigungswirtschaft.
Die Vorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats ist überzeugt: „Statt unserer Leistungsgesellschaft Rechnung zu tragen, geht es viel mehr darum, die Anspruchsgesellschaft zu pampern“. Mit dieser Einstellung zerlege sich das Land selbst. „Mein Plädoyer: Wir brauchen ein neues Bekenntnis zur Leistung und einer Politik, die Arbeit honoriert“.
Die ganze Sendung „Stimmt!“ gibt es hier:
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