CO2-Ausstoß gesunken: Warum das Grund zur Sorge ist, nicht zur Freude
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Der CO2-Ausstoß Deutschlands ist im ersten Halbjahr 2023 gesunken. Laut der Grünen-nahen Lobby-Organisation Agora Energiewende um neun Prozent auf 340 Millionen Tonnen. Grund zur Freude, dass die Energiewende funktioniert, ist jedoch nicht angesagt.
Mehr oder weniger Strom aus Wind und Sonne haben quasi nichts mit dem CO2-Minus zu tun – Deutschland verbraucht schlicht weniger Strom und importiert seit dem Atom-Aus große Mengen Energie aus dem Ausland.
Wenn Unterstützer der Energiewende nun frohlocken, dass der Anteil Erneuerbarer Energien im ersten Halbjahr mit 55,5 Prozent einen neuen Rekord am deutschen Strommix erreicht hat, ist das nur die halbe Wahrheit – die Menge des Stroms aus Sonne und Wind ist nahezu gleich geblieben (+0,8 Prozent). Einzig die deutsche Strom-Produktion ist um knapp 10 Prozent eingebrochen.
Vereinfach gesagt: Das Sonne-und-Wind-Kuchenstück ist gleich groß geblieben, der Kuchen ist nur geschrumpft.
Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges und der rasant angestiegenen Energiepreise verbraucht Deutschland schlicht weniger Strom: Die energieintensive Industrie hat ihre Produktion im Vergleich zum 1. Halbjahr 2022 um 13 Prozent gedrosselt. Die gesamte deutsche Industrie hat im ersten Halbjahr zwar wieder 1 Prozent mehr produziert, erreicht damit aber längst kein Vorkriegs-Niveau. Auch die Haushalte vebrauchen nach den öffentlichen Spar-Aufrufen weniger Energie. Die größte Volkswirtschaft Europas läuft im Energiesparmodus.

Deutschland ist seit dem Atom-Aus Strom-Importeur.
Parallel dazu hat sich Deutschland von einer Strom-Exportnation zur einem Strom-Importeur entwickelt (NIUS berichtete). Seit dem Atom-Aus Mitte April wird Woche für Woche mehr Strom importiert als exportiert wird – das gab es noch nie. Zum Teil werden bis 15 Prozent des benötigten Strom aus dem Ausland importiert, weil der Strom auf dem europäischen Markt schlicht preiswerter ist als der Sonne-Wind-Kohle-Mix hierzulande. Das steht im krassen Gegensatz dazu, wenn an sonnigen Nachmittagn Strom in Deutschland derart im Überfluss ist, dass er mit Miese ins Ausland abgegeben wird.
Spannend hierbei: Auch Strom aus Frankreich, Belgien und Schweden speist die deutschen Netze mit Strom – somit bleibt Deutschland dem Atom-Strom doch noch treu.
Heißt zusammengefasst: Der CO2-Ausstoß in Deutschland sinkt, weil sich die größte Volkswirtschaft Europas aufgrund noch immer hoher Energiepreise im Energiesprmodus befindet und immer weniger dauerhaft wettbewerbesfähige eigene Stromquellen zur Verfügung hat, sodass saubere Strom-Importe aus dem Ausland die eigene Energiebilanz aufhübschen.
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Julius Böhm
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