Deutschland, deine Lebkuchen: Unser Lieblingsgebäck ist auch Exportweltmeister
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Wie schön, in diesen Vorweihnachtstagen auch mal über wirtschaftliche Erfolge berichten zu dürfen! Es geht ums Essen im weitesten Sinn, ums Naschen, ums Genießen. Sehen Sie sich bitte unser Foto an – man möchte eigentlich reinbeißen in dieses Vergnügen.
Die Zahlen belegen es: Lebkuchen sind mit einem Absatzanteil von 40 Prozent das Lieblingsweihnachtsgebäck der Deutschen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung errechnete. Der Spekulatius kommt auf 25 Prozent, Stollen auf 18 Prozent, Dominosteine sind mit sechs Prozent geradezu abgeschlagen.
Für 61 Prozent sind Lebkuchen die wichtigste Weihnachtstradition
Lebkuchen scheinen für die Deutschen mehr als nur eine Süßigkeit zu sein. 61 Prozent zählen den Verzehr von Lebkuchen zu den wichtigsten Weihnachtstraditionen. Damit wird dieser Brauch öfter genannt als das Öffnen von Türchen am Adventskalender, das Hören von Weihnachtsliedern oder das Trinken von Glühwein.

Stollen, ein leckeres deutsches Weihnachtsgebäck.
Der Lebkuchen-Hype aber geht noch viel weiter. Nicht nur Deutschland liebt dieses Gebäck, sondern alle Länder rund um den Globus. Sogar in Australien werden sie gegessen, nämlich 499 Tonnen im vergangenen Jahr.
„Made in Germany“ in bester Tradition
Die deutschen Lebkuchen haben insgesamt einen Handelswert von 124,5 Millionen Dollar. Die Kanadier exportieren nicht mal zwei Drittel der deutschen Menge, die Polen nur die Hälfte. Es gibt also ein Gewerbe, in dem das „Made in Germany“ nicht durch irgendwen in Fernost bedroht ist, der es besser, billiger und schneller macht: die deutsche Lebkuchenindustrie.

Lambertz zählt zu den größten Herstellern in Deutschland.
Zieht man die Menge der Exporte von der Menge der insgesamt in Deutschland produzierten Lebkuchen ab, erhält man 59.000 Tonnen, errechnete die FAZ. Teilt man diese durch die Zahl der Einwohner Deutschlands, kommt man auf 0,7 Kilogramm. Im Durchschnitt konsumiert also jeder Deutsche im Jahr 700 Gramm Lebkuchen in verschiedenen Varianten: Lebkuchen als Häuser, als Männchen, Oblaten, als Printen, in Stern-, Herz- und Brezelform. Industriell gefertigt oder von Hand.
Zu den größten Herstellern in Deutschland zählt die Lambertz-Gruppe. 2020 setzte sie mit ihren Backwaren 366 Millionen Euro um. Eine andere Lebkuchenmanufaktur mit einem ebenfalls hohen Umsatz ist E. Otto Schmidt, mit Sitz und Ursprung in Nürnberg. Zu Schmidt gehören mehrere Tochterunternehmen – alle produzieren seit dem frühen siebzehnten Jahrhundert in der fränkischen Metropole.
So schließt sich der Kreis. Seit 1996 ist der Begriff „Nürnberger Lebkuchen“ durch das EU-Qualitätssiegel geschützt. Im Mittelalter führten über Nürnberg wichtige Handelsrouten, also gab es dort alle Zutaten und exotischen Gewürze, die nötig waren. Der Honig kam aus den Wäldern der Umgebung. Heute kommt jeder Nürnberger Lebkuchen tatsächlich aus Nürnberg.
Was für eine schöne Lebkuchen-Tradition!
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