Deutschlands Baukollaps: Die wahren Gründe – und die falschen Lösungen
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Der Kollaps der Baubranche droht, Wirtschaftsexperten warnen eindringlich. Warum ist das so? Was sind die wahren Gründe dafür, wo versagt die Politik und wo müsste dringend gegengesteuert werden? Diego Fassnacht erklärt.
Die Bundesregierung hat als Ziel ausgegeben, dass in Deutschland pro Jahr 400.000 Wohnungen gebaut werden. Im letzten Jahr waren es 295.000 Wohnungen. Für das Jahr 2023 sind die Baugenehmigungen dramatisch eingebrochen. Ganz klar: Es wird weniger und nicht mehr gebaut werden. Das Problem ist staatlich verursacht und die Ampel-Politik ist bestenfalls eine Förderung für die Bauwirtschaft, allerdings nicht zum Nutzen von Familien oder Einzelpersonen.
Explodierende Baukosten
In den vergangenen acht Jahren sind die Preise zum Wohnungsbau um über 60 Prozent gestiegen. Dies geht im Wesentlichen auf staatliche Vorschriften und Entscheidungen zurück.
In Zeiten sehr niedrigerer Zinsen konnte dieser Umstand eine gewisse Zeit lang ignoriert werden, doch nachdem die Zinsen in der Eurozone deutlich angestiegen sind und die Menschen durch Inflation nun real weniger verdienen, wird offenbar, dass nur Zeit gekauft wurde. Der Neubau bricht dramatisch ein.

Baugenehmigungen sinken um bis zu 53 Prozent
Bei den Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland zeigt der Trend weiter abwärts. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass die Baugenehmigungen gegenüber dem Vorjahr für Einfamilienhäuser um 36,5 Prozent, für Zweifamilienhäuser um 53,2 Prozent und für Mehrfamilienhäuser um 27,5 Prozent eingebrochen sind.
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Migration verschärft den Wohnungsmangel
Der Zuzug von immer mehr Migranten, deren Unterkunft staatlich organisiert und bezahlt wird, führt darüber hinaus dazu, dass das Ungleichgewicht zwischen Wohnungsangebot und Wohnungsnachfrage deutlich stärker wird.
Dieser Umstand treibt die Mietpreise für Mieter entsprechend nach oben, insbesondere in einer Zeit höherer Bauzinsen, die das Mieten attraktiver werden lässt als das Kaufen.
Warum staatlich vergünstigte Baukredite falsch sind!
„Gut gemeint“ ist bekanntlich oft das Gegenteil von „gut gemacht“.
Blicken wir einmal darauf, was passiert, wenn der Staat vergünstigte Kredite gewährt:
Zunächst nimmt er den Bürgern, die möglicherweise ein Haus oder eine Wohnung bauen wollen, per Steuern einen Großteil ihres Einkommens ab. Diese haben darauf folgend Schwierigkeiten, ein Haus oder eine Wohnung zu finanzieren.
Dann möchte der Staat mit Steuergeld diesen Familien die Zinsen reduzieren und verändert damit den relativen Preis von Wohnimmobilien gegenüber anderen Vermögenswerten.

Maurer in einer Neubausiedlung
Der künstlich verringerte Zins führt zu einer stärkeren Nachfrage. Genau das, was von der Politik gewünscht ist, damit mehr gebaut wird. Allerdings steigt damit auch der Preis für den Wohnungsbau, zum Beispiel durch teures Bauland, teure Baumaterialien oder die höhere Nachfrage nach Arbeitskräften im Bau. Damit wird der Wert von Immobilien insgesamt gestützt.
Der Nutzen für Familien oder Einzelpersonen aus den niedrigeren Zinsen sinkt dadurch.
Mehrfache Wohlstandsverluste
Über die Besteuerung der Einkommen sinkt bereits das mögliche Wohlstandsniveau.
Durch die künstliche Veränderung von relativen Vermögenspreisen kommt es zur nächsten Fehlallokation von Kapital – und damit zu einem geringeren Wohlstandsniveau.
Die mehrfach zwischengelagerte Bürokratie verursacht zusätzlich Kosten durch Staatsbedienstete, die von Einzelpersonen oder Familien getragen werden müssen.
Das verschlimmert den Umstand noch einmal deutlich, dass die Wohneigentumsförderung an Einkommensgrenzen gebunden ist. Diese wird jetzt auf 90.000 Euro für eine Familie mit einem Kind erhöht. Das Median-Einkommen lag im Jahre 2022 bei 44.407 Euro. Wenn beide Elternteile erwerbstätig sind und nur 2 Prozent über dem Median-Verdienst verdienen, dann haben sie bereits keinen Anspruch mehr auf die Förderung.

Ein Eigenheim ist der Traum vieler Menschen in Deutschland
Es werden also nicht nur große Teile der Bevölkerung von der Förderung ausgeschlossen, sondern zusätzlich negative Anreize gesetzt. Leistung lohnt sich noch einmal weniger. Der ein oder andere wird sich die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller ist, weniger zu arbeiten.
Die Bürger gewinnen also nicht wirklich. Besser wäre es, auf planwirtschaftliche Instrumente dieser Art zu verzichten und die Steuern auf das Einkommen zu reduzieren.
Der komplette Ansatz widerspricht im übrigen jeglichen Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft – die Deutschland einmal stark gemacht hat.
Die wichtigste Regel der Sozialen Marktwirtschaft war die freie Preisbildung. Die Veränderung des Zinses ist die Veränderung des Preises für Geld. Solche Aktionen gibt es niemals zum Nulltarif. Ein weiteres Mal wird das mögliche Wohlstandsniveau reduziert.
Ehrlich machen!
Die Wahrheit ist, dass mit diesen Maßnahmen Kapital, das vom Steuerzahler bereitgestellt wird, ineffizient genutzt wird und dies für große Teile der Bevölkerung schwer zu durchschauen ist.
Daher laufen die Maßnahmen medienwirksam als freundliche „Geschenke vom Staat“.
Die Wahrheit ist allerdings, dass hiervon bestenfalls die Bauwirtschaft profitiert, um das staatlich geschaffene Problem – Baukosten und Migration – ein wenig abzufedern.
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