Erst Atom-Aus, jetzt Verbrenner-Aus: Wo die Merkel-Vertraute Hildegard Müller auftaucht, geht die Wirtschaft unter
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Auf der „Road to Mandalay“ wird alles Gold, was Robbie Williams anfasst, was er loslässt, zerbricht – bei einer der wichtigsten deutschen Lobbyistinnen scheint es sich genau umgekehrt zu verhalten.
Hildegard Müller ist die Chefin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), der weltweit bekannten und geschätzten deutschen Schlüsselindustrie, die derzeit in einer tiefen Krise steckt. Doch es ist nicht der erste wichtige Verband, der sich mit Müller an der Spitze bemerkenswert regierungsnah gibt – und seine Branche in eine Notlage steuert.

Müller und Merkel im Jahr 2008
Beim Atom-Ausstieg ganz vorn dabei
Es war eine Kehrtwende der besonderen Art. Die Süddeutsche Zeitung schrieb damals „Das ist ungefähr so, als würde der ADAC für ein Verbot großer Limousinen eintreten.“ Gemeint: Das plötzliche Umschwenken des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bei der Frage um ein Atom-Aus im Jahr 2011. Der BDEW war im Angesicht der Reaktorkatastrophe von Fukushima plötzlich dafür, die sicheren deutschen Kernkraftwerke abzuschalten.
Im Interview mit der FAZ sagte Müller damals: „Die im BDEW organisierte Energiewirtschaft spricht sich aus für den schnellen und vollständigen Ausstieg aus der Kernenergienutzung bei Sicherstellung von Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Bezahlbarkeit bis 2020, spätestens aber entsprechend den Vorgaben des Ausstiegsbeschlusses von 2002, also 2022 bis 2023.“
Hildegard Müller war zu diesem Zeitpunkt seit drei Jahren Chefin des wichtigsten deutschen Energieverbandes – sie kam direkt als Staatsministerin im Kanzleramt und Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel in die wichtige Lobbyrolle. Dass sich die Position der damals wichtigsten Energie-Lobbyistin sehr mit derjenigen der Bundesregierung ähnelte, ist sicher Zufall.
Die deutsche Energiewende darf derweil als gescheitert betrachtet werden: Nach mehreren hundert Milliarden Euro Investitionen in Wind und Solar-Energie hinkt Deutschland seinen europäischen Nachbarn in Sachen CO2-Ausstoß weit hinterher, muss täglich dutzende Male in die Stromproduktion eingreifen („Redispatch“), bezahlt jedes Jahr Milliarden für wertlosen Öko-Strom und ist seit dem endgültigen Atom-Aus im April 2024 von ausländischen Stromimporten abhängig.
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Müller-Prognose: „Wir sind gut aufgestellt“
Auch als Chef-Lobbyistin der Automobilindustrie, für die sie seit Februar 2020 im Amt ist, hat sich Müller nicht fokussiert stark für das gemacht, was Deutschland am besten kann: hocheffiziente Verbrenner-Motoren bauen.
Stattdessen ist Müller erneut auf Regierungs-Kurs unterwegs: Sie macht sich stark für die E-Auto-Transformation, den Ausbau der Ladeinfrastruktur, gibt sich jedoch auch technologieoffen. Da scheint es auch nicht zu verwundern, wenn bei der IAA Transportation, der vom VDA veranstalteten Messe für das Transportwesen auf der Straße, ein LKW, ein Lastenrad und eine Person mit blauen Haaren zu sehen ist, die eine dunkelhäutige Person in einem Rollstuhl schiebt, wenn Wirtschaftsminister Robert Habeck spricht.

Hinter Robert Habeck sind nicht nur LKW zu sehen.
Müller ist dem Zeitgeist offenbar mehr verbunden als einem anzunehmenden Willen, den Herausforderungen der Branche zu begegnen.
Ihre Prognosen für die Branche stimmten jedoch nicht. Vor ziemlich genau drei Jahren sagte sie in einem Verbands-Video wörtlich: „Wir haben das Auto erfunden und wollen es immer wieder neu erfinden. Beim Thema Digitalisierung, beim Thema Sicherheit, beim Thema Klimaschutz. Ich bin sehr sicher, dass wir gut aufgestellt für diese wettbewerbliche Situation.“
Schwache Verkaufszahlen, gerade bei E-Autos, haben die deutsche Automobilindustrie in eine Krise gestürzt. Das gilt für Volkswagen, BMW, Mercedes und viele weitere. Hinzu kommt das drohende Verbrenner-Aus der EU – Deutschlands Schlüsselindustrie fällt das Geschäftsmodell weg.
Im Durchschnitt waren ihre Werke 2023 nur zu etwas mehr als zwei Dritteln ausgelastet, wie aus einer Auswertung des Datenspezialisten „Marklines“ hervorgeht, die der deutschlandfunk zitiert. Laut Ifo-Institut ist die Stimmung in der Autoindustrie „im Sturzflug“, heißt es weiter. Und die Erwartungen für die kommenden sechs Monate seien ebenfalls alles andere als rosig.
Der Volkswagenkonzern hob gar seine Job-Garantie aus dem Jahr 1994 auf, denkt über einen Stellenabbau von bis zu 30.000 Jobs nach. Auch die nachgelagerte Industrie leidet: So will der große Zulieferer ZF aus Friedrichshafen bis zu 14.000 Mitarbeiter entlassen.
Es scheint so, als sei es das zweite Mal, dass Hildegard Müller als Verbandschefin ihrer Branche kein Glück beschert.
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