„Es kommt zu realen Einbußen“: Wirtschaftsweise Grimm warnt vor materiellen Nöten
Die Ökonomin und Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat eine eine düstere Prognose für die deutsche Wirtschaft abgegeben. „Fakt ist: In einer Phase mit sehr geringem oder sogar negativem Wachstum müssen sich die Menschen auf Härten einstellen. Es kommt zu realen Einbußen“, sagte Grimm den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei sei nicht das Hautproblem, „ob wir knapp über oder unter der Nulllinie liegen.“
Grund für bevorstehende materielle Nöte sei der Umbau der Wirtschaft zur Klimaneutralität. Deshalb sei es wichtig, so Grimm, dass die Politik klar kommuniziert. „Wichtig ist mir, dass die Politik den Leuten reinen Wein einschenkt und deutlich macht: Der Umbau der Wirtschaft zur Klimaneutralität kostet etwas – auch den einzelnen Bürger.“

Präsident der Bundesnetzagentur Klaus Müller, der hessischer Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Wirtschaftswissenschaftlerin Veronika Grimm.
In Bezug auf die Gasversorgung äußert sie Bedenken trotz neuer Flüssiggasterminals. „Es gibt ja noch Länder in Europa, die russisches Gas beziehen, und wenn die Versorgung eingestellt würde, müssen wir zu Hilfe eilen“, sagte die 51-Jährige. „Was für den letzten Winter galt, gilt für diesen Winter auch.“ Sie hofft auf ein bewussteres Verhalten der Bevölkerung, die „ähnlich sensibilisiert wie im letzten Jahr – und heizt dann auch sparsamer“ sein sollte.
Zum Thema Gasspeicher erläutert, dass sie Schwankungen im Gasverbrauch ausgleichen und als Puffersystem dienen. Wenn sie vollständig gefüllt sind, können sie laut Bundesregierung den Bedarf von zwei bis drei durchschnittlichen Wintermonaten decken.
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