7000 Arbeitsplätze vor dem Aus: Chemiekonzern Evonik verkündet Sparmaßnahmen und Umstrukturierung
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Der Chemiekonzern Evonik hat radikale Sparmaßnahmen und einen Konzernumbau angekündigt: Wie die Rheinische Post berichtet, treibt Evonik im Rahmen seiner Neustrukturierung den Verkauf von Geschäftsbereichen voran, darunter die Infrastruktur an den Standorten Marl und Wesseling (3600 Mitarbeiter), die C4-Chemie in Marl (1000 Mitarbeiter) und den Standort Witten (400 Mitarbeiter). Insgesamt könnten so bis zu 7000 Stellen der derzeit 32.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.
Statt bisher vier Geschäftssegmente wird es zudem künftig nur noch zwei geben. Zudem wird der erweiterte Vorstand abgeschafft, und weltweit sollen 3000 der insgesamt 8600 Organisationseinheiten entfallen. Der Aufsichtsrat hat dem Umbaukonzept von Vorstandschef Christian Kullmann zugestimmt.
Bereits im Frühjahr hatte Evonik den Abbau von 2000 Stellen angekündigt, davon 1500 in Deutschland. Nun gibt es Details: 500 Stellen sollen in Führungspositionen wegfallen, wodurch auch die Zentrale in Essen betroffen ist. Betriebsbedingte Kündigungen sind in Deutschland jedoch bis 2032 ausgeschlossen; der Konzern setzt auf Fluktuation und sozialverträgliche Maßnahmen. Zudem sollen 1000 der 4500 Führungskräfte ihre Leitungsaufgaben abgeben, können jedoch weiterhin operativ tätig sein – allerdings mit angepassten, möglicherweise geringeren Gehältern. Die Zahl der Führungsebenen soll von zehn auf sechs reduziert werden.

Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am Evonik-Standort in Herne.
Neue Struktur sei notwendig
Demnach werden zum 1. April die bisherigen 14 Geschäftseinheiten neu organisiert. Dabei entstehen die beiden neuen Segmente „Advanced Technologies“ und „Customer Solutions“. „Advanced Technologies“, das etwa Tierfutter-Zusätze, Silikate und Wasserstoffperoxid umfasst, soll mit seinen 8000 Mitarbeitern die Einnahmen erhöhen. „Customer Solutions“, mit 7000 Mitarbeitern zuständig für Additive für Farben- und Pharmaindustrie sowie Katalysatoren, wird auf Gewinnsteigerung ausgerichtet sein. Beide Segmente erzielen gemeinsam einen Jahresumsatz von rund sechs Milliarden Euro. „Wir haben die Qualität unseres Portfolios in den vergangenen Jahren deutlich verbessert“, erklärt Kullmann. Nun sei eine neue Struktur notwendig: „Unter einem Dach nutzen wir die Stärken unserer beiden Standbeine.“
Der erweiterte Vorstand wird abgeschafft, und zwei Manager verlassen das Unternehmen. Gleichzeitig steigen die Chemikerinnen Lauren Kjeldsen (51) und Claudine Mollenkopf (58) in den Vorstand auf. Kjeldsen wird das Segment „Customer Solutions“ leiten, Mollenkopf „Advanced Technologies“. Mit dem Ruhestand von Vizechef Harald Schwager (64) im April wird der Vorstand künftig aus fünf Personen bestehen, darunter drei Frauen. „Unser Vorstand wird internationaler und weiblicher“, betont Kullmann. Aufsichtsrats-Chef Bernd Tönjes ergänzt: „Das neue Vorstandsteam wird den Konzern in eine gute Zukunft führen.“
Der Verkauf von Geschäftsbereichen ist ebenfalls Teil der Strategie. So plant Evonik, die Infrastruktur an den Standorten Marl und Wesseling auszugliedern, was 3600 Mitarbeiter betrifft. Der Käufer steht noch nicht fest. Auch für die C4-Chemie mit 1000 Mitarbeitern wird ein Verkauf angestrebt. Kullmann betont jedoch, dass der Konzern sich hierbei nicht unter Druck setzen lasse.
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