Internationaler Währungsfonds warnt vor Dauerflaute in Deutschland
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) bescheinigt Deutschland in seinem aktuellen Länderbericht nur begrenzte wirtschaftliche Erholung. Zwar wird die Reform der Schuldenbremse als positiver Impuls gewertet, doch insgesamt fällt die Bilanz kritisch aus: Ohne tiefgreifende Strukturreformen drohe die Bundesrepublik in eine langanhaltende Wachstumsflaute zu geraten, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Der IWF erkennt an, dass die Lockerung der Schuldenregel zusätzliche Investitionen in Verteidigung, Infrastruktur und Digitalisierung ermöglicht hat. Diese Politik gebe der Wirtschaft kurzfristig Auftrieb und stärke die Nachfrage, heißt es im Bericht des IWF. Mit einem erwarteten Defizit von vier Prozent und einer Staatsverschuldung von rund 68 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2027 bleibe Deutschland im internationalen Vergleich solide aufgestellt.
Langfristig droht Stagnation
Nach Einschätzung der IWF-Experten reicht dieser fiskalische Impuls jedoch nicht aus, um die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft zu überwinden. Die Wachstumsprognose für 2026 liegt bei etwa einem, für 2027 bei rund eineinhalb Prozent. Der Fonds verweist darauf, dass vor allem der Fachkräftemangel und eine unzureichende Reformbereitschaft den Standort belasten.
Als größtes Risiko gilt der demografische Wandel. Mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand drohe ein massiver Engpass auf dem Arbeitsmarkt. Der IWF empfiehlt, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen – etwa durch den Ausbau der Kinderbetreuung und eine Reform des Ehegattensplittings.
Reformdruck wächst
Darüber hinaus rät der Fonds zu umfassenden Maßnahmen, um Produktivität und Investitionen zu fördern: weniger Bürokratie, vereinheitlichte EU-Regeln, bessere digitale Infrastruktur und eine stärkere Kapitalmobilisierung innerhalb Europas. Auch die Steuerpolitik solle überarbeitet werden – mit einem Abbau klimaschädlicher Subventionen, einer Vereinfachung der Mehrwertsteuer und einer stärkeren Priorisierung im Bundeshaushalt.
Der IWF verweist zudem auf Risiken durch internationale Konflikte, schwankende Energiepreise und mögliche Handelsstreitigkeiten. Zugleich erkennt er Chancen in einer schnelleren Digitalisierung, einem effizienteren Arbeitsmarkt und einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit in der EU.
Unterm Strich stellt der Bericht der Bundesregierung ein ernüchterndes Zeugnis aus: Der kurzfristige Aufschwung durch die Schuldenreform kann die strukturelle Schwäche der deutschen Wirtschaft nicht überdecken. Ohne entschlossene Reformpolitik droht laut IWF ein langes Jahrzehnt wirtschaftlicher Trägheit.
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