Logistik, Verkauf, Pflege: Trotz Millionen Arbeitslosen bleiben Jobs unbesetzt
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- Mehr als 760.000 Stellen können Unternehmen derzeit nicht besetzen.
- Gleichzeitig sind 2,7 Millionen Menschen ohne Job.
- Trotzdem setzt die Politik vor allem auf Zuwanderung.
Seit längerem ist bekannt, dass Unternehmen in Deutschland nach Fachkräften suchen. Gerade die Tatsache, dass immer weniger Jugendliche eine Ausbildung absolvieren, sorgt vor allem bei handwerklichen Betrieben für große Lücken in der Personalplanung. Das hat zur Folge, dass viele Aufträge nicht mehr angenommen werden können. Leittragende sind die Bürger, die monatelang auf einen Termin für einen Handwerker warten müssen, falls sie überhaupt noch einen Maler, Installateur oder Elektriker finden.
Eine aktuelle Bertelsmann-Studie zeigt, dass nicht nur Fachkräfte im Handwerk, sondern auch im Verkauf, in der Logistik oder in der Pflege gesucht werden. Kurz: An jeder Ecke fehlt es an motivierten und qualifizierten Mitarbeitern. Sogar im Helferbereich finden Unternehmen keine neuen Angestellten.

Bertelsmann analysiert regelmäßig den Arbeitsmarkt.
An jeder Ecke fehlen Mitarbeiter
Am meisten gefragt sind Leute, die verkaufen oder in der Logistik mit anpacken können. Im September zählten die Statistiker rund 25.000 Stellenausschreibungen für Fachkräfte im Verkauf. Dazu kommen nochmal knapp 15.000 offene Stellen für höher qualifizierte Mitarbeiter im Vertrieb. Für Lager- und Logistik-Jobs werden mehr als 21.000 ungelernte Arbeiter und fast 16.000 Fachkräfte gesucht. Insgesamt zählen die Experten mehr als 760.000 offene Stellen.
Egal ob Reinigungskräfte, Krankenpfleger, Bürokaufleute, Buchhalter oder Marketing-Experten: Deutsche Unternehmen leiden unter der Jobkrise. Das hat auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) festgestellt: „Wir gehen davon aus, dass in Deutschland rund zwei Millionen Arbeitsplätze vakant bleiben“, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks gegenüber Tagesschau.de. „Das entspricht einem entgangenen Wertschöpfungspotenzial von fast 100 Milliarden Euro.“

Der Vize-Chef der DIHK, Achim Dercks, prognostiziert Milliardenverluste für die Unternehmen.
Trotz vieler Arbeitsloser setzt die Regierung auf Zuwanderung
Ein Minus von 100 Milliarden Euro bedeutet, dass die Unternehmen auch weniger Steuern bezahlen. Dieses Geld fehlt dem Staat für Investitionen. Gleichzeitig sind rund 2,6 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Ältere Bürger ohne Job oder Arbeitssuchende, die in Maßnahmen der Agentur für Arbeit stecken, sind noch nicht mit einberechnet.
Die Politik dagegen setzt ganz auf Zuwanderung. Allen voran Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD): „Deutschland ist ein starkes Land. Wir brauchen alle helfenden Hände und klugen Köpfe, die wir kriegen können – im eigenen Land und durch gesteuerte qualifizierte Einwanderung“, sagte der Minister vor wenigen Monaten im Bundestag.
Logistik als größtes Problem
Auch Dercks sieht die größten Schwierigkeiten in der Logistik. „Das Fehlen von Fahrern bei den Logistikbetrieben erschwert zunehmend die pünktliche Belieferung mit Endprodukten im Handel, aber auch mit Rohstoffen und Vorleistungen in der Industrie“, so der Vize-Chef der DIHK. Im Gastgewerbe, aber auch im Einzelhandel führten Personalengpässe zu einem eingeschränkten Angebot und reduzierten Öffnungszeiten. So müssen Metzgereien teilweise auf einen „Ruhetag“ zurückgreifen, da schlicht das Personal fehlt.

Für Unternehmen in der Logistik wird es immer schwieriger, Mitarbeiter zu finden.
Fazit: 760.000 Jobs fehlen, während mehr als 2,6 Millionen Menschen arbeitslos zu Hause sitzen. Doch statt sie für die freien Stellen zu qualifizieren, setzt die Ampel-Koalition ganz auf Zuwanderung. Es darf bezweifelt werden, dass die Jobkrise so bewältigt wird.
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Julian M. Plutz
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