NIUS Live: „Deutschland schreibt an seinem eigenen Schicksalsroman“
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Volkswagen steckt in einer tiefen Krise. Drei Werke sollen geschlossen werden, Tausende Arbeitsplätze sind in Gefahr und am Mittwoch gab das Unternehmen einen Gewinneinbruch von 63,7 Prozent im dritten Quartal bekannt.
Bei NIUS Live sprachen Julius Böhm und Ralf Schuler über die Ursachen der Misere. „Was ist das Problem? Politik, die seit Jahren reinregiert und teure Tarif-Verträge diktiert hat“, kommentiert Schuler. Böhm ergänzt: „Wir haben die teuersten Strompreise im Vergleich zu unseren weltweiten Konkurrenten“.
„Die Transformation funktioniert so nicht“
Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) erkenne zumindest, dass der Markt gerade keine E-Autos annehme. Doch seine Schlussfolgerung, die Bundesregierung müsse deshalb mehr Anreize setzen, gehe in die falsche Richtung, erklärt Ralf Schuler. „Er versteht offensichtlich nicht, was Markt ist“. Der Kunde solle letztlich gezwungen werden, etwas zu kaufen, was die Politik für richtig hält.
„Die Transformation funktioniert so nicht. Wir können sie uns schlichtweg nicht leisten.“ Staatliche Regulierung führe zu weitreichenden Problemen, ist Schuler überzeugt. Das zeige nicht nur VW, sondern auch der Energie-Sektor. „Wir wollen die Erneuerbaren weiter ausbauen. Der Ausbau erfordert neue Netze. Die Netze machen den Strom teuer und der Strom wird dann von Steuergeldern wieder runtersubventioniert, damit die Wirtschaft sich das Ganze leisten kann“. Hohe Produktionskosten am Standort Deutschland sind auch der Grund, warum der Autokonzern strauchelt.
„Wenn Volkswagen in Deutschland krank wird, wird eine ganze Zuliefererbranche krank“
„Der Automobilverband hat gestern eine Studie vorgelegt, dass in den nächsten Jahren bis zu 190.000 Jobs in diesem Bereich wegfallen könnten“, so Böhm. Denn hinter den jeweiligen Autobauern stünden zahlreiche Unternehmen. „Wenn Volkswagen in Deutschland krank wird, wird eine ganze Zuliefererbranche krank.“
Die Gründe der sich stets ausweitenden Krise sind also bekannt. „Das Problem in der Demokratie: Erkenntnis ist früh da, aber bis sie die nötigen Mehrheiten erreicht, vergeht sehr lange Zeit“, fasst Schuler zusammen. „Deutschland schreibt an seinem eigenen Schicksalsroman“.
Die ganze Folge NIUS Live:
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