NIUS Live: „Ich halte das für einen Riesenschwindel mit den Fachkräften“
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Vor wenigen Tagen reiste Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in den zentralasiatischen Staat Usbekistan, um dort ein Migrations-Abkommen zu schließen. Auch mit Kenia möchte die Ampel-Regierung einen Deal aushandeln, um, so heißt es, die Migration besser steuern zu können. Die Idee: Deutschland bekommt Fachkräfte und Kenia nimmt Straftäter zurück.
Dass da etwas faul sein könnte, darüber sprachen am Dienstagmorgen Birgit Kelle und Zara Riffler bei NIUS Live.
„Die Menschen haben genug von Migration“, kommentiert NIUS-Reporterin Riffler. Und zwar nicht nur von illegaler Migration, die Deutschland zunehmend in eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise stürzt, sondern auch von geregelter Migration. Die Niederlande sei bereits zu dieser Erkenntnis gelangt und zöge nun Konsequenzen. „Weil sie gemerkt haben, dass es auf ihrem Sozialstaat lastet, dass es der Wirtschaft nicht guttut und Studien belegen, dass die Fachkräfte nicht kommen, sondern dass es hauptsächlich Geringqualifizierte sind“, erklärt Riffler. „Ich bin entsetzt, dass wir zwei Migrationsgipfel hatten und man denkt, jetzt passiert etwas“, doch die Ampel sei an einer Regulierung der Zuwanderung nicht interessiert.
„Man muss nicht mal Bus fahren können, um nach Deutschland zu kommen als Busfahrfachkraft“
Birgit Kelle betont bei NIUS Live die Widersprüchlichkeit der Abkommen, die Kanzler Scholz ausgehandelt hat, oder aushandeln will. „Wenn man wirklich Fachkräfte haben möchte, da kann doch jeder Kenianer bei uns anklopfen“. Wozu brauche es Regelungen? „Wir machen jetzt Abkommen mit Ländern, wo wir gar nicht wissen, welche Qualifikation bringen die überhaupt mit?“ Ein aktueller NDR-Bericht über kenianische Busfahrer, die in Flensburg arbeiten sollen, zeige, „dass man nicht mal Bus fahren können muss, um nach Deutschland zu kommen als Busfahrfachkraft“, so Zara Riffler. Denn die fünf Kenianer lernten jetzt erst einmal Deutsch, um anschließend einen Busführerschein zu machen. Also Fachkräfte ohne Fachkenntnisse.
Zumal hierzulande noch ein großes Potenzial in der Ausbildung junger Menschen liege, erläutert Kelle. „Jedes Jahr bleiben sieben Prozent der Schüler in Deutschland ohne Schulabschluss. Das sind in realen Zahlen im Moment 51.000 junge Leute“. Sich auf diese zu fokussieren, würde eine Menge Probleme lösen und „dann brauchen wir niemanden aus Usbekistan oder Kenia“. Indes wandern immer mehr hoch qualifizierte Facharbeiter ins Ausland, „weil sich die Wirtschaft verschlechtert“ und die innere Sicherheit erodiere, so Zara Riffler. Sie misstraut den Kanzler-Plänen: „Wir führen Menschen zurück und die geben uns dafür Fachkräfte. Das wäre überhaupt kein guter Deal für sie. Ich halte das für einen Riesenschwindel mit den Fachkräften“.
Die ganze Folge NIUS Live:
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