Panik in Deutschlands Schlüsselindustrie: Zehntausende verlieren ihre Jobs, weil die Regierung auf E-Autos setzt
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„Halt die Gosch, ich schaff bei Bosch!“ Ein Schlachtruf der stolzen Bosch-Mitarbeiter, den in der Region Stuttgart wohl fast jeder kennt.
Wer bei Bosch arbeitet, der bekam die besten Kredite, weil die Arbeitsplätze beim weltweit größten Automobilzulieferer immer als sicher galten. Fast so sicher wie Fort Knox, wo die USA ihre Goldreserven lagern. Das allerdings ist jetzt vorbei. 7000 Stellen will Bosch jetzt abbauen, dagegen protestierten laut Gewerkschaften in dieser Woche bundesweit 25.000 enttäuschte Mitarbeiter.
Die Hälfte aller Jobs soll in Deutschland wegfallen, allein am Traditionssitz in Feuerbach sind 1500 Stellen betroffen. Und der einst für seine sozialen Standards gefeierte Technologiekonzern versucht erst gar nicht, die Lage zu beschönigen: Die wirtschaftliche Situation sei schlechter als erwartet, generell fehle es an Nachfrage nach „bestimmten Technologien“, erklärt Personalvorstand Stefan Grosch und gemeint ist damit wohl fast alles, was mit Elektroautos zu tun hat. Und das vor allem in Europa.
Denn in China, wo Bosch aktuell knapp eine Milliarde Euro investiert, sieht der schwäbische Technologiekonzern wohl künftig den eigentlichen Wachstumsmarkt. Und ein sicheres Geschäft. Anders als in der EU, wo ab 2035 nur noch Autos verkauft werden dürfen, die kein CO2 ausstoßen. In China ist das wohl erst ab 2065 der Fall, wenn überhaupt.

Bosch sieht die Zukunft im chinesischen Markt.
Das Autoland Deutschland verliert dramatisch an Boden
Da Bosch bis heute knapp die Hälfte des Umsatzes mit Verbrenner-Technologie verdient, dürfte der Zulieferer demnächst wohl noch viel mehr Kapazitäten dorthin verlagern, wo die Politik weniger strenge Klimaziele im Auge hat. Ein Trend, der sich auch bei anderen Automobilzulieferern bereits abzeichnet und sich weiter zuspitzen wird: So haben Zulieferer von ZF bis Continental nur in den letzten beiden Monaten mehr als 12.000 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen und bis 2030, so prognostiziert es Automobilexperte Frank Schwope von der FHM Hannover, werde es hierzulande nur noch 200.000 Beschäftigte in der Zulieferer-Industrie geben. Also ein Viertel weniger.
Denn ob Verbrenner oder Elektro-Auto, das bisherige Autoland Deutschland werde wie in den letzten Jahren immer mehr Boden verlieren. Noch 2016 wurden in Deutschland 5,7 Millionen Autos produziert, im letzten Jahr waren es nur noch 4,1 Millionen. Ein dramatischer Einbruch, der sich in den nächsten Jahren stabil fortsetzen wird, denn sowohl die Bundesregierung als auch die EU halten eisern am Kurs der Transformation und ihrem Kampf gegen das Auto fest.
Denn eines zeigt sich schon jetzt auch am Beispiel von Bosch: Mit Batteriefertigung oder Antriebssträngen für Elektro-Autos lassen sich wegfallende Arbeitsplätze rund um den Verbrenner nicht kompensieren. Das wissen und ahnen jetzt auch DIE Manager, die vor kurzem noch wie die grünen Vordenker alles auf „grüne Technologien“ gesetzt haben.
„Den Zeitpunkt des letzten Verbrenners kennen wir nicht“
So etwa Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius, der den Konzern mit dem Stern streng und möglichst schnell auf Transformation trimmen wollte und nun hart zurückruderte, dass Mercedes auch über das EU-Verbot hinaus Verbrenner anbieten wolle, jedenfalls solange es dafür weltweit eine Nachfrage gebe. „Den Zeitpunkt des letzten Verbrenners kennen wir nicht“, gab der Finne jetzt fast kleinlaut zu verstehen, nachdem die jüngsten Absatzzahlen der Stern-Fahrzeuge mit Elektroantrieb eher kläglich ausfielen: von insgesamt mehr als zwei Millionen verkauften Fahrzeugen waren 2023 nur 240.668 vollelektrisch betrieben, was einem Anteil von nur 12 Prozent entspricht.
Ähnlich schlechte Vollelektro-Absätze schlagen auch bei den anderen deutschen Marken zu Buche und nach Auslaufen der staatlichen Elektro-Prämien sagen einige Händler vor Ort sogar, dass sie seither kein einziges Akku-Auto mehr verkauft hätten. Die Kunden hätten schlicht das Interesse verloren, fürchteten einen miserablen Wiederverkaufswert und Komforteinbußen, die nunmal ein Verbrenner gegenüber Elektro noch immer auszeichnet: ist der Tank leer, reicht ein kurzer Stopp an der Zapfsäule, und weiteren 500 bis 1000 Kilometer Fahrt am Stück steht nichts im Weg. Und das bei vollem Einsatz von Heizung oder Klimaanlage.

Während der Verbrenner in einigen Minuten wieder voll ist, braucht das E-Auto weitaus länger, um einsatzbereit zu sein.
Der Traum der E-Auto-Wende, er scheint ausgeträumt
Das gerne in Hochglanzprospekten gefeierte Transformationsmärchen, das unterm Strich der deutschen Autoindustrie womöglich sogar noch mehr Arbeitsplätze bescheren könnte, das scheint jetzt jedenfalls harsch ausgeträumt. Und entpuppt sich jetzt insbesondere für die Arbeitnehmer hierzulande – wie jetzt bei Bosch – zum blanken Albtraum: denn die Konzerne fliehen bereits jetzt massenhaft vor den immer strengeren EU-Regularien und auch weiter explodierenden Energiekosten, und wir alle werden am Ende statt Autos aus Wolfsburg oder Dingolfing Autos Made in China kaufen. Ein Albtraum, an dem gerade auch die deutschen Industriemanager mit ihrer hingebungsvollen Haltung zur Transformation in den letzten Jahren ihren Anteil haben.
Das langsame Erwachen, wie auch jetzt beim Bosch-Chef Stefan Hartung, kommt wohl aber zu spät. „Wir können den Kunden das Verbrenner-Aus nicht aufzwingen“, sagte der Bosch-Chef jetzt in einem Podcast, während die komplett verunsicherte deutsche Autoindustrie noch immer nach einem schlüssigen Konzept sucht. Alles auf Elektro? Verbrenner weiter entwickeln, vielleicht sind E-Fuels die Lösung? Oder doch Hybride? Oder Fahrzeuge betrieben mit grünem Wasserstoff, was dann aber wirklich reinste Zukunftsmusik wäre?
Während die deutsche Ampel-Regierung trotz des bereits begonnenen Desasters weiter eisern am Elektro-Plan festhält, erscheinen übrigens auch die Gewerkschaften mehr als planlos: Unter der Woche sollen ihre Mitglieder zu Tausenden gegen den Stellenabbau bei den Automobilzulieferern protestieren, am Wochenende dann bei den Gegen-Rechts-Demos für die Ampel mitlaufen.
Also für die Regierung, die Deutschlands wichtigste Industrie mit ihrer strikten Anti-Verbrenner-Politik in den Abgrund führt.
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Alexander Moehnle
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