Seit dem 19. Februar haben die russischen Behörden ein Werk im russischen Uljanowsk beschlagnahmt. Die Stadt an der Wolga befindet sich 700 Kilometer östlich von Moskau.

Mit dieser Illustration bewarb DMG Mori die Eröffnung des russischen Standorts.
Verlust für den Konzern: nahezu 100 Millionen Euro
Das Werk wurde erst im Jahr 2015 eröffnet. Damals sprach das Unternehmen von einem der „weltweit modernsten Fertigungs- und Montagewerke für Werkzeugmaschinen“. Das Betriebsgelände ist 330.000 Quadratmeter groß.
Dass Russland von einer „vorläufigen“ Beschlagnahmung spricht, glaubt man am Konzern-Hauptsitz in Bielefeld nicht. Man gehe davon aus, dass „die Entscheidung der russischen Regierung final ist und eine vollständige Enteignung folgen wird“, erklärt Unternehmenssprecherin Katharina Contu gegenüber der Wirtschaftswoche.

Die Geschichte von DMG Mori geht bis auf das Jahr 1870 zurück. Dieses Foto stammt aus der Produktion im Jahr 2007 – damals noch unter dem Firmennamen Gildemeister AG.
Das Unternehmen möchte diese Enteignung nicht hinnehmen – zumindest finanziell. Man sieht die deutsche Bundesregierung mit in der Verantwortung. „Derzeit machen wir daraus Entschädigungsansprüche für den eingetretenen Beteiligungsverlust geltend“, bestätigt Contu. DMG Morirbeziffert den Schaden auf mehr als 90 Millionen Euro.
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