Thomas Kemmerich warnt vor Wohlstandsverlust: „Ich halte die 32-Stunden-Woche für einen Irrweg“
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Bis 2029 soll die 35-Stunden-Woche bei der Deutschen Bahn eingeführt werden. Die Grüne Jugend hält eine 32-Stunden-Woche für angemessen, Arbeitgeber hingegen wünschen sich eine 40-Stunden-Woche, da Fachpersonal schon jetzt Mangelware ist.
Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich blickt besorgt auf die Entwicklung der Arbeitsmoral in Deutschland. Er sieht „eine Gesellschaft, die sich von Leistung verabschiedet hat“. Das zeige sich an verschiedensten Punkten: „Wir haben Bundesjugendspiele, die sich von Maßband und Stoppuhr verabschiedet haben, in der Schule die Abschaffung von Noten“, analysiert der Politiker im Nachrichten-Talk „Stimmt!“.
„Wir müssen es nur anpacken“
Diese geistige Schlaffheit und fehlende Motivation entstehe nicht nur bei den eigenen Leuten, sondern ließe sich auch in der Beschäftigungsquote der Flüchtlinge erkennen. „Nirgendwo arbeiten die Ukrainer so wenig wie in Deutschland“, so Kemmerich. Insgesamt seien die Arbeitsstunden in Deutschland gering, wenn man auf die europäischen Nachbarn blickt. Hierzulande arbeiten die Sozialversicherungsbeschäftigten durchschnittlich nur 34 Stunden wöchentlich. Der EU-Durchschnitt liegt bei etwa 37 Stunden. „Wenn wir nicht den Gürtel enger schnallen und alles wieder in die Hand nehmen, werden wir Wohlstand und Wachstum nicht sichern können“, ist der FDP-Politiker überzeugt. „Ich halte die 32-Stunden-Woche für einen Irrweg“.

Durchschnittliche Arbeitszeit in verschiedenen EU-Ländern.
Wirtschaftswachstum sei noch immer das Ergebnis „vieler Hände Arbeit“. Kemmerich hält es für einen Widerspruch, Stunden abzusenken und Potenzial im eigenen Land nicht zu nutzen, während Unternehmen über Fachkräftemangel klagen. 40 Stunden müssten wieder zur Pflicht werden, sagt er im NIUS-Talk. „Wir wissen, 2035, wenn die Babyboomer in Rente gehen, dann fehlen uns nach Schätzungen 6 bis 7 Millionen Menschen“.

In Deutschland arbeiten besonders wenige Ukrainer.
Daher bestehe jetzt Handlungsbedarf. „Wir müssen aufhören, die Situation zu beschreiben, zu sagen, wie schrecklich das ist. Wir können das ändern. Wir müssen es nur anpacken“.
Die ganze Folge „Stimmt!“ gibt es hier:
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