US-Fondsmanager fordert: Amerika zuerst – aber mit Maß! Es braucht neuen Realismus in der Handelspolitik
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Bill Ackman, der Chef und Gründer der Investmentgesellschaft „Pershing Square“, wendet sich in einem offenen Brief an die US-Regierung und schlägt einen pragmatischen, national orientierten Ansatz zur Handelspolitik der USA vor: Eine pauschale Zollgebühr von 10 Prozent für den Zugang zum US-Markt soll die Rolle Amerikas als globaler Schutz- und Ordnungsfaktor honorieren und gleichzeitig auf historisch benachteiligende Handelspraktiken reagieren. Dabei sollen faire Bedingungen mit Ländern wie China aktiv eingefordert und realistische Handelsziele unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Realität und US-Stärken gesetzt werden.
Der Fondsmanager (58) plädiert für eine ausgewogene, strategische Anpassung der Handelsordnung – nicht für deren radikale Umwälzung.
Das sind Ackmans Kernforderungen:
- Eine pauschale 10-Prozent-Zollabgabe auf Importe soll die USA für ihre globalen Leistungen und wirtschaftlichen Nachteile ausgleichen.
- Handelsverhandlungen sollen differenziert, realistisch und ohne Illusionen über faire Bilanzziele geführt werden.
- Eine grundlegende, aber vorsichtige Reform der Welthandelsordnung ist notwendig, um langfristige US-Interessen zu schützen
Sein offener Brief mit dem Titel „Wäre das nicht ein einfacher Ansatz?“ im Wortlaut:
Wäre das nicht einfach? Wir erheben pauschal 10 Prozent Zölle auf alle Importe als Preis für das besondere Privileg, Geschäfte mit den Vereinigten Staaten zu machen. Diese Maßnahme soll unsere Investitionen in globale Verteidigung, Gesundheit und andere Bereiche kompensieren sowie unsere Nation für historisch unfaire Handelspraktiken entschädigen, die zu unseren enormen Defiziten und zur Staatsverschuldung beigetragen haben.
Wir erhöhen den Druck auf China, um wesentliche unfaire Handelspraktiken, Diebstahl geistigen Eigentums, Währungsmanipulation und andere Maßnahmen zu beheben, die unserem Land geschadet haben.
Wir setzen die Umsetzung reziproker Zölle für 90 Tage aus, um Zeit für vertrauliche Verhandlungen mit anderen Ländern zu gewinnen – beginnend mit jenen, deren Zölle und Praktiken die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Industriegüter auf ihren Märkten erheblich beeinträchtigt haben.
Abschließend sollten wir Folgendes bedenken:
- Es ergibt keinen Sinn, mit kleineren Ländern mit geringerer Kaufkraft einen ausgeglichenen Handel anzustreben – wir werden beispielsweise immer mehr aus Madagaskar kaufen, als es von uns kaufen wird.
- Der Versuch, Arbeitsplätze in der Niedriglohnfertigung zurückzuholen, ist für Amerika nicht zielführend. Länder wie Bangladesch und Vietnam sind besser geeignet für die Produktion von Textilien und Sportschuhen.
- Amerikanische „Exporte“ im Bereich Software, geistiges Eigentum, Finanzdienstleistungen und anderen Services sind hochqualitativ und bedeutend, werden aber in traditionellen Außenhandelsstatistiken nicht ausreichend berücksichtigt. Würde man sie einbeziehen, sähen die Handelsbilanzen deutlich ausgeglichener aus.
- Die ausländischen Tochtergesellschaften unserer multinationalen Konzerne, die im Ausland Dienstleistungen verkaufen und Gewinne sowie künftige Dividenden generieren, werden zwar nicht in der Handelsbilanz erfasst, sind aber dennoch ein Gewinn für die USA.
- Das Ziel, für jeden Import-Dollar einen Export-Dollar zu erzielen – insbesondere bezogen auf einzelne Länder – ist angesichts unseres deutlich höheren Lebensstandards und der Tatsache, dass wir die größte Volkswirtschaft der Welt sind, nicht sinnvoll.
Schließlich: Das bestehende Handelssystem ist zwar bei weitem nicht perfekt oder fair gegenüber den USA, hat uns aber insgesamt sehr gut gedient. Deshalb sollten wir mit Bedacht und Augenmaß vorgehen, um die Weltordnung nicht so zu verändern, dass sie uns langfristig schadet.
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