Warum immer mehr deutsche Unternehmen nach Polen abwandern
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Polen ist zum attraktivsten Land für Standortverlagerungen in Europa geworden. Der ehemalige polnische Regierungschef Morawiecki formulierte es so: „Vor noch gar nicht langer Zeit fuhren die Polen nach Deutschland, um Spargel zu ernten. Heute kommen deutsche Technologie-Investitionen nach Polen.“ Das Magazin European berichtet: „Deutsche Investitionen machen Polen zum Champion.“
Nach Daten des Statistischen Bundesamtes führt Polen inzwischen die Rangliste der attraktivsten Zulieferer und Verlagerungsländer Europas an und hat Deutschland überholt. Fast 6000 deutsche Tochterunternehmen mit zusammen 430.000 Mitarbeitern sind in Polen angesiedelt. Dazu gehört auch das deutsche Vorzeigeunternehmen Miele, das gerade einen Teil seiner Produktion ins östliche Nachbarland verlagert hat. Dass die Energie in Polen zu 60 Prozent aus Kohle stammt, stört deutsche Unternehmen offenbar nicht. Ein Experte: „Die Kohle wird noch auf zwei Jahrzehnte wichtigster Energieträger bleiben, an zweiter Stelle soll die Atomkraft kommen.“

Volkswagen produziert verschiedene Modelle inzwischen in Polen.
Zahlreiche Standortverlagerungen nach Polen: günstige Kosten wichtiger als Nachhaltigkeit
Der französische Autozulieferer Valeo will den Bau von Elektromotoren im fränkischen Bad Neustadt an der Saale Mitte 2024 einstellen und nach Polen verlagern. Der Hörgeräte-Hersteller Bernafon zieht mit der Produktion seiner aktuellen Im-Ohr-Geräte von Berlin nach Stettin.

Polnisches VW-Nutzfahrzeugwerk Wrzesnia. (Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen)
Auch große deutsche Konzerne planen Standortverlagerungen. VW hat angekündigt, den Verbrenner-Golf nicht mehr in Wolfsburg, sondern in Polen zu bauen. Mercedes errichtet eine Fabrik für E-Transporter im polnischen Jawor. Und die auf grünes Image bedachten Schweden von Ikea lassen die meisten ihrer Holzmöbel in Polen fertigen.
Deutsche Unternehmen haben im vergangenen Jahr mehr als 40 Milliarden Dollar in Polen investiert. Lars Gutheil, Vorstand der deutsch-polnischen Handelskammer: „Der zunehmende Fachkräftemangel in Deutschland ist einer der wichtigsten Treiber für den Aufbau von Standorten im östlichen Nachbarland“, sagt er in einem Interview. Außerdem seien die Gehälter niedriger und die Bürokratie halte sich in Grenzen.

Erst kürzlich wurde die Caddy-Produktion in Posen modernisiert.
Fazit: Es gibt viele gute Gründe für deutsche Unternehmen nach Polen zu ziehen – leider. Welch ein Armutszeugnis für den deutschen Wirtschaftsminister Habeck.
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