Wirtschaftsexperten Böminghaus und Moring ziehen Jahresbilanz: „Obwohl sie wussten, dass alles lichterloh brennt, ist nicht viel passiert“
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Die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Neustart nach dem politischen Umbruch hat sich zerschlagen. Im Interview ziehen die Wirtschaftsexperten Böminghaus und Moring eine ernüchternde Bilanz des zurückliegenden Jahres – und warnen eindringlich vor den Folgen des politischen Stillstands für 2026.
Ökonom Emanuel Böminghaus spricht sogar von einem verlorenem Jahr. Trotz Regierungswechsel und milliardenschwerem Sondervermögen sei wirtschaftspolitisch praktisch nichts passiert. Besonders alarmierend sei die Lage in der Chemieindustrie: Sollte es 2026 zu Stilllegungen kommen, drohe eine Kettenreaktion ganzer Chemieparks – mit Folgen, die laut ihm nicht mehr reparabel wären. Auch Automotive und die Maschinenbaubranche stünden vor existenziellen Entscheidungen: Während Energie und weitere Standortfaktoren die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands weiter verschlechtern.
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Doch wie äußert sich der Protest der Wirtschaft gegen diese Zustände? Moring ergänzt, Unternehmen gingen nicht auf die Straße, sondern reagierten still: Investitionen würden verlagert, Standorte geschlossen, Arbeitsplätze abgebaut. Besonders betroffen sieht auch er die energieintensiven Branchen.
Gleichzeitig warnt Moring vor einem weiteren Umbruch: Der rasante Einsatz von Künstlicher Intelligenz werde 2026 vor allem Büro- und Verwaltungsjobs verändern. Wer KI schnell einsetze, bleibe wettbewerbsfähig. Die Möglichkeiten digitaler Anwendungen gingen dabei weit über einfache Assistenz hinaus. Was vielen erst langsam bewusst werde, werde im kommenden Jahr voll durchschlagen – mit spürbaren Folgen für Beschäftigung, Arbeitsorganisation und Produktivität.
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