BKA zählt 54 Angriffe auf Journalisten: Die meisten Fälle wurden „ausländischer Ideologie“ zugeordnet
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Das Bundeskriminalamt hat für das Jahr 2025 insgesamt 54 Gewaltdelikte gegen Journalisten und Medienmitarbeiter in Deutschland registriert. Das teilte die Internationale Medienhilfe (IMH) unter Berufung auf eine aktuelle BKA-Auswertung mit. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um acht Fälle. Im Vergleich zu 2023 haben sich die Zahlen mehr als verdoppelt: Damals waren 25 entsprechende Delikte erfasst worden.
Die größte Gruppe entfiel laut der Auswertung auf Taten mit „ausländischer Ideologie“ als Motiv. 26 der 54 Angriffe wurden in dieser Kategorie erfasst. Nach Angaben der IMH standen viele dieser Fälle im Zusammenhang mit antiisraelischen Demonstrationen. Weitere 15 Gewaltdelikte wurden dem linken Spektrum zugeordnet, neun dem rechten. Bei vier Angriffen konnte kein eindeutiges Motiv festgestellt werden.

(Quelle: Internationale Medienhilfe (IMH) www.medienhilfe.org)
„Körperverletzung, Raub, Brandstiftung oder Freiheitsberaubung“
IMH-Leiter Björn Akstinat erklärte: „Zu den Gewaltdelikten gehörten beispielsweise Straftaten wie Körperverletzung, Raub, Brandstiftung oder Freiheitsberaubung. Es sind also Angriffe gegen Journalisten, die klar als solche erkennbar sind und nicht einer subjektiven Bewertung unterliegen. Leider schwirren im Internet sehr viele falsche und nicht überprüfte Zahlen herum.“
Die IMH verweist zudem auf zwei besonders schwere Angriffe der vergangenen Jahre. Am 24. Januar 2024 wurde in Leipzig ein Journalist von „Sachsen Fernsehen“ nach einer Anti-Israel-Demonstration mit Greta Thunberg schwer verletzt. Laut Polizei wurden drei junge Syrer als Tatverdächtige festgenommen. Der Prozess soll nach Angaben der IMH voraussichtlich im Juli beginnen.
Bereits am 1. Mai 2020 war ein Team des ZDF am Rand einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin angegriffen worden. Die vermummten Täter schlugen nach Darstellung der IMH mit Metallstangen und Fäusten auf Journalisten, Kameraleute und weitere Mitarbeiter des Senders ein. Mehrere Opfer wurden schwer verletzt. Vier Angeklagte erhielten im Januar 2024 Bewährungsstrafen; weitere mutmaßliche Mittäter wurden bislang nicht verurteilt.
Die Internationale Medienhilfe sieht in den neuen Zahlen einen Hinweis auf eine deutlich verschärfte Gefährdungslage für Medienvertreter in Deutschland. Die Organisation setzt sich nach eigenen Angaben seit den 1990er Jahren für Presse- und Meinungsfreiheit ein.
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