Karl Lauterbach teilt bei Lanz aus: „Dieser Zirkus erinnert mich an das Lügen-Gerede von Lindner“
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Bei „Markus Lanz“ sollte es eigentlich um die Zukunft der FDP gehen. Doch die Sendung entwickelte sich zu einer Abrechnung mit der Ampel – und einem unverhohlen bissigen Schlagabtausch zwischen Karl Lauterbach und Marie-Agnes Strack-Zimmermann.
Ausgangspunkt der Sendung war die Kampfkandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann gegen Wolfgang Kubicki beim FDP-Parteitag. Lanz fragte die zugeschaltete FDP-Politikerin, ob sie inzwischen wisse, „wo der Hammer hängt“. Hintergrund: Kubicki hatte nach seinem Sieg gegen Strack-Zimmermann gesagt: „Marie-Agnes, du hast nur 40 Prozent und ich 60 – und jetzt weißt du, wo der Hammer hängt.“ Sie antwortete auf Social Media mit einem Hammer-Foto.
Strack-Zimmermann konterte: „Ja, ich wusste, wo er hängt. Deswegen habe ich ihn abgenommen.“ Sie habe ihn weggelegt, „damit sich hier keiner verletzt“. Der Hammer liege nun da, „wo er hingehört, in der Werkzeugschublade“. Auf die Frage, ob sie Kubicki vor ihrer Kandidatur informiert habe, sagte sie knapp: „Nein.“ Sie habe nur diejenigen eingeweiht, „die ich ins Vertrauen gezogen habe“.
Lauterbach macht FDP für Ampel-Aus verantwortlich
Dann schaltete sich Karl Lauterbach ein – und zog sofort den Vergleich zum Ende der Ampel. „Der Zirkus, ehrlich gesagt, erinnert mich an das Lügengerede von Christian Lindner“, sagte der SPD-Politiker. Man habe in der Koalition gedacht: „Wir machen weiter.“ Tatsächlich sei aber „lange schon geplant“ gewesen, „dass er die Koalition platzen lässt“. Im Hintergrund sei „ein Torpedo vorbereitet“ worden.

Karl Lauterbach bezeichnet bei Lanz den „Zirkus“ der FDP als „schrecklich“.
Lauterbachs Urteil über die FDP fiel hart aus: „Das ist einfach der unseriöse Charakter dieser Partei. [...] Jetzt sind sie nicht in der Regierung und streiten untereinander. Aber genau diesen Zirkus haben wir in der Ampel all die Zeit erlebt. Das war einfach ganz schrecklich.“ Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten brauche man „so eine halbseidene Partei wie die FDP“ nicht in der Regierung.
Die zugeschaltete Strack-Zimmermann reagierte empört. „Hören Sie sich eigentlich reden?“, fragte sie Lauterbach. „Was Sie sich gerade hier erlauben, finde ich völlig überflüssig.“ Dann wurde auch sie persönlich: „Sie waren mal Gesundheitsminister, sind es auch nicht mehr.“ Sie käme nie auf die Idee, ihm vorzuwerfen, „dass man Sie schlichtweg nicht mehr als Minister wollte, weil Sie allen auf den Geist gegangen sind“. Das sei „unstatthaft“.
Lanz versuchte, die eskalierende Runde mit Ironie einzufangen: „Wenn Therapeuten anrufen … ich hab’ das Gefühl, gerade ampelmäßig ist hier noch einiges aufzuarbeiten.“ Auch Robin Alexander widersprach Lauterbachs Darstellung. Die These, „die Ampel wäre super gelaufen“, bis Christian Lindner „tückisch alles in die Luft gesprengt“ habe, sei zumindest fragwürdig.
Lauterbach hätte sich über den Sieg von Strack-Zimmermann gefreut
Lauterbach sagte später, er hätte sich sogar gefreut, wenn Strack-Zimmermann gewonnen hätte. Er halte die „Rechtsverschiebung der FDP und von Herrn Kubicki“ für „sehr gefährlich“. Trotzdem störe ihn der Stil der Kandidatur. „Wir haben unter der Situation mit Herrn Lindner sehr stark gelitten“, sagte er. Bei einer Kandidatur, die „angeblich spontan“ sei, werde er „empfindlich“.
Strack-Zimmermann erklärte ihre Kandidatur mit Sorge über den Kurs der FDP. Es gebe Menschen in der Partei, „die beunruhigt sind über eine mögliche Ausrichtung“. Auf Lauterbachs direkte Frage, ob sie Sorge habe, dass die FDP mit Kubicki „mit der AfD gemeinsame Sache macht“, sagte sie: „Ich hatte diese Sorge, deswegen habe ich kandidiert.“ Zugleich betonte sie, Kubicki habe erklärt, mit ihm werde es keine entsprechende Mehrheit geben. „Insofern ist mein Vertrauen jetzt wiederhergestellt.“
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