Hitzewelle in Frankreich: Tagesschau erklärt ertrunkene Menschen zu Hitzetoten
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„Sieben Tote werden der Hitzewelle bereits zugeschrieben, zwei unmittelbar wegen der hohen Temperaturen, fünf weitere, weil sie beim Baden ertrunken sind“, heißt es in einem Beitrag der Tagesschau zur Hitzewelle in Frankreich, der am Dienstag ausgestrahlt wurde.
Sehen Sie hier den entsprechenden Ausschnitt:
Das Problem: Der Beitrag legt nahe, dass sämtliche Todesfälle unmittelbar Folge der extremen Temperaturen – und damit indirekt auch des Klimawandels – seien. Tatsächlich handelt es sich bei fünf der sieben Fälle jedoch um Menschen, die beim Baden ertrunken sind. Verschiedene Todesursachen werden also vermischt.
Deutlich mehr Kältetote
Zwar ist nachvollziehbar, dass bei großer Hitze mehr Menschen Badeseen, Flüsse oder das Meer aufsuchen. Ob Ertrinkungsunfälle deshalb automatisch als „Hitzetote“ gewertet werden sollten, ist jedoch umstritten.
Denn nach derselben Logik ließen sich zahlreiche indirekte Folgen außergewöhnlicher Wetterlagen statistisch zuordnen. So wird etwa bei Kälteperioden in der Regel nicht jeder Unfall oder Todesfall im Zusammenhang mit winterlichen Aktivitäten oder niedrigen Temperaturen automatisch dem Klimawandel oder einer „Kältewelle“ zugerechnet – obwohl es Studien zufolge weltweit deutlich mehr Kälte- als Hitzetote gibt.
Auf eine Anfrage dazu, auf welcher Grundlage man die fünf Ertrunkenen der Hitzewelle zuschreibe, antwortete eine Sprecherin des zuständigen Westdeutschen Rundfunks (WDR): „Die im Beitrag genannten Todesfälle stützen sich auf übereinstimmende Berichte verschiedener Nachrichtenagenturen, die sich wiederum auf Aussagen der französischen Regierung beziehen. Demnach hat die Regierungssprecherin Maud Bregeon von Todesfällen gesprochen, die „direkt oder indirekt mit der aktuellen Hitzewelle in Verbindung gebracht werden können“.
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